ArchivDeutsches Ärzteblatt36/2007Umwelt-Survey: Kinder mit Chemikalien belastet

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Umwelt-Survey: Kinder mit Chemikalien belastet

Dtsch Arztebl 2007; 104(36): A-2376 / B-2102 / C-2034

Hibbeler, Birgit

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Foto: ddp
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Trotz Verboten sind Kinder gefährlichen Plastikweichmachern und Giften wie DDT ausgesetzt. Das ist das Ergebnis des Kinder-Umwelt-Surveys des Umweltbundesamts (UBA). Die Experten fanden Spuren der Stoffe bei allen untersuchten Jungen und Mädchen. Weichmacher, wie etwa Diethylhexylphthalat, dessen Metabolite im Urin der Kinder nachgewiesen wurden, sind in Kinderspielzeug und Babyartikeln verboten. Dennoch seien die Konzentrationen zum Teil bedenklich, sagte UBA-Chef Andreas Troge. Der Umwelt-Survey belegt auch soziale Unterschiede bei der Schadstoffexposition. Kinder aus niedrigen Schichten sind stärker mit Passivrauch belastet, ebenso mit Blei. Bei sozial besser gestellten Kindern wurden hingegen hohe Konzentrationen von Organophosphat-Pflanzenschutzmitteln ermittelt. Das UBA vermutet den Konsum von belasteten Fruchtsäften als Ursache. Zugenommen hat ebenfalls die Belastung mit Innenraum-Schimmelpilzen. Acht Prozent der Kinder zeigten eine entsprechende Sensibilität. Zurückgegangen ist unterdessen die Exposition mit Pentachlorphenol, das in Holzschutzmitteln eingesetzt wird, sowie mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen aus Verbrennungprozessen.
Im Kinder-Umwelt-Survey wurden die Daten von 1 790 Kindern im Alter von drei bis 14 Jahren ausgewertet. Dabei handelt es sich um ein Unterkollektiv des Kinder- und Jugendsurveys des Robert Koch-Instituts. BH
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