ArchivDeutsches Ärzteblatt36/2007Thromboseprophylaxe: Risikopatienten werden zu selten identifiziert

MEDIZINREPORT

Thromboseprophylaxe: Risikopatienten werden zu selten identifiziert

Dtsch Arztebl 2007; 104(36): A-2388 / B-2112 / C-2044

Lessing, Nora

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LNSLNS Nur jeder zweite Klinikpatient, der nach den Leitlinien eine venöse Thromboembolie(VTE)-Prophylaxe erhalten sollte, bekommt diese tatsächlich verordnet. Gründe für diese Diskrepanz sind die Nichtkenntnis von Risikopersonen, aber auch Bewusstseinsmangel gegenüber Thromboserisiko-Indikatoren.
Zu diesem Ergebnis gelangte die ENDORSE*-Studie, die bei dem Kongress der International Society on Thrombosis and Haemostasis (ISTH) in Genf vorgestellt worden ist. Sie umfasst die Daten und deren Analysen von mehr als 60 000 Patienten aus 358 zufällig ausgewählten Spitälern aus 32 Ländern. Damit sei ENDORSE die erste Studie, die einen globalen Blick auf das Thromboembolie-Risiko ermögliche, betonte der Studienleiter Dr. Fred Anderson, Direktor der University of Massachusetts Medical School.
Deutliche Unterschiede bezüglich der Prophylaxe ergab die Studie auch im Hinblick auf die verschiedenen Fachbereiche: Während 59 Prozent der chirurgischen Risikopatienten eine VTE erhielten, waren es unter den internistischen Risikopatienten nur 40 Prozent. Zwar gebe es von Land zu Land geringfügige Unterschiede im Umgang mit der Thromboseprophylaxe, die Handhabung sei aber „weltweit suboptimal“, erläutert Dr. Victor Tapson als Kostudienleiter.
„Die Studie hat deutlich gezeigt, dass auf dem Gebiet der Thromboseprophylaxe ein signifikanter Verbesserungsbedarf besteht. Die Implementierung von Strategien zur Identifikation von Risikopatienten auf allen Stationen eines Spitals ist dringend erforderlich“, schließt Cohen.
Nora Lessing

* ENDORSE = Epidemiologic International Day for the Evaluation of Patients at Risk for Venous Thromboembolism in the Acute Hospital Setting

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