ArchivDeutsches Ärzteblatt36/2007Prävention: Zum Melanom-Screening
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. . . Ich möchte hier nur zum Melanom-Screening Stellung nehmen, weil ich mich als Hautarzt über die anderen Screeningverfahren nicht so klar äußern kann. Eigentlich ist in dem ersten Satz dieses Abschnitts schon alles deutlich klargemacht, es heißt dort, dass die Sterblichkeit am Melanom seit Jahrzehnten eher unverändert ist, die Rate der Melanomdiagnosen allerdings deutlich angestiegen ist. Es wird dadurch deutlich, dass immer mehr frühe Melanome entdeckt werden, die dann nicht zum Tod führen. Eine entsprechende Darstellung findet man bei Prof. Klaus Gabe im Melanoma Research 2007, Heft 17. Es wird Bezug genommen auf die schleswig-holsteinische Phase im Jahre 2001, wo es deutlich mehr Melanomfälle gab, als zu erwarten gewesen wären. Auch dieser Sachverhalt hier spricht für sich und für eine positive Bewertung einer Screeningmaßnah-me. Für mich vollkommen unverständlich ist das, was die Autoren dann damit als Überdiagnose meinen? Eine Überdiagnose hieße ja nur, dass ich irgendwas feststelle, was keinerlei Relevanz hat, aber die Diagnose Melanom hat sehr wohl eine Relevanz – wenn sie früh genug gestellt wird, hat der Patient die große Chance, daran nicht zu sterben. Als Letztes ein Satz zu der Bemerkung, dass selbst bei histologischen Spezialisten die Diagnosestellung erschreckend schlecht sei: Es ist hier wahrscheinlich das Problem dargestellt, dass es hin und wieder Schwierigkeiten gibt, zwischen einem noch dysplastischen Naevuszellnaevus zu unterscheiden oder schon einem Melanoma in situ. Es ist sicherlich nicht das Problem, dass ein Melanom nicht als Melanom erkannt wird. Abschließend kann ich nur feststellen, dass hier anhand einer schlechten Datenlage statistische Interpretationen gegeben werden, die keinesfalls haltbar sind.
Dr. rer. nat. Clemens Brilon, Große Rurstraße 40, 52428 Jülich
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