ArchivDeutsches Ärzteblatt36/2007Prävention: Aus wissenschaftlicher Sicht
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. . . Aus wissenschaftlicher Sicht hat Frau Mühlhauser teilweise recht: Einige Ansätze der Prävention haben der wissenschaftlichen Aufarbeitung nicht standgehalten. Andererseits kann der Arzt nur auf dem jeweiligen Stand des Wissens agieren, wie er z. B. in den Leitlinien der Fachgesellschaften zu finden ist. Meine Arbeitsgruppe „Präventive Kardiologie“ hat zu zahlreichen Themen der kardiovaskulären Prävention wissenschaftliche Arbeiten publiziert, die dazu beigetragen haben, mit lieb gewordenen Traditionen aufzuräumen (z. B. Hormonersatztherapie zur kardiovaskulären Prävention), oder neue präventive Strategien zu entwickeln (derzeit den Omega-3-Index als beeinflussbaren Risikofaktor für den plötzlichen Herztod). Wissenschaftliche Arbeit dient dazu, dem Arzt wirksame Strategien an die Hand zu geben. Wie Prof. Willich feststellt, ist es aber in Europa unmöglich, präventive Maßnahmen mit öffentlichen Fördergeldern wissenschaftlich so zu evaluieren, dass eine therapeutische Konsequenz begründet werden kann. Im Gegensatz zu den USA werden bei uns große Interventionsstudien zum Thema Prävention nicht staatlich gefördert, weder national noch im europäischen Rahmen. Erst nach Vorliegen der Ergebnisse großer Studien kann in einem zweiten Schritt eine Kosten-Nutzen-Analyse für das jeweilige nationale System durchgeführt werden. Letztere kann und darf aber nicht allein das Handeln des Arztes bestimmen.
Prof. Dr. Clemens von Schacky,
Leiter Präventive Kardiologie,
Medizinische Klinik und Poliklinik Innenstadt,
Klinikum der Ludwig Maximilians-Universität
München, Ziemssenstraße 1, 80336 München
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