ArchivDeutsches Ärzteblatt36/2007Adipositas – Eine Einführung in molekulare Mechanismen: Medikamente nicht verfügbar

MEDIZIN: Diskussion

Adipositas – Eine Einführung in molekulare Mechanismen: Medikamente nicht verfügbar

Dtsch Arztebl 2007; 104(36): A-2430 / B-2148 / C-2080

Lehnert, Hendrik

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LNSLNS Die Autoren widmen sich einem prinzipiell außerordentlich bedeutsamen Thema und versuchen, einen Überblick über die Bedeutung unterschiedlicher Peptid- und Neurotransmittersysteme für die Appetitregulation zu geben. Leider wird das Versprechen des Titels in diesem ausschließlich deskriptiven Artikel nicht eingehalten. Gerne hätten die Leser etwas über die Bedeutung der Cannabinoide im Gehirn, die Grundlagen der zentralnervösen Insulin- und Leptinresistenz, die Wirkungen von Adiponektin auf die Nahrungsaufnahme oder etwas über die Effekte auf die Thermogenese und damit über die Interaktion von ZNS und peripherem Energieverbrauch erfahren.
Diese Versäumnisse wären vielleicht noch akzeptabel gewesen (zumal zu diesem Thema ständig eine Fülle neuer Informationen vorliegt), wenn nicht in diesem Artikel erhebliche Fehlinformationen zu den therapeutischen Möglichkeiten enthalten wären.
In der Tabelle nennen die Autoren als im Augenblick verfügbare Medikamente zur Gewichtsreduktion Fenfluramin und Dexfenfluramin. Diese Medikamente sind seit fast zehn Jahren (Mitteilung der Arznei­mittel­kommission der Deutschen Ärzteschaft vom Oktober 1997) nicht mehr verfügbar. Die Gründe hierfür sind hinlänglich bekannt und beruhen auf den durch diese Substanzen induzierten Herzklappenveränderungen und einer konsekutiven pulmonalen Hypertonie. Grundsätzlich sind in diesem Artikel die therapeutischen Optionen in keiner Weise angemessen und kritisch dargestellt. Der letztendliche Annahmezeitpunkt dieses Manuskriptes hätte in jedem Fall auch eine intensivere kritische Diskussion der Studiendaten des Cannabinoid-Rezeptor-Antagonisten Rimonabant ermöglichen müssen.
So wird der Leser leider mit entweder nicht korrekten oder unzureichenden Informationen allein gelassen. Es wäre sicher sehr sinnvoll, wenn die Autoren in einer entsprechenden Stellungnahme diese Botschaften ihres Artikels korrigieren würden.

Interessenkonflikt
Der Autor erklärt, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.

Prof. Hendrik Lehnert, MD FRCP
Chair of Medicine
Warwick Medical School
University Hospital of Coventry, Warwickshire
Clifford Bridge Road
Coventry CV2 2DX UK

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