ArchivDeutsches Ärzteblatt36/2007Filmkalender: Im Kino andere Welten entdecken

KULTUR

Filmkalender: Im Kino andere Welten entdecken

Dtsch Arztebl 2007; 104(36): A-2439 / B-2157 / C-2089

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LNSLNS Dramatische Schicksale und schicksalhafte Begegnungen – das Deutsche Ärzteblatt stellt alle vier Wochen eine Auswahl sehenswerter Neustarts vor.


Drama
Ab 13. September:
Foto: Paramount Vantage
Foto: Paramount Vantage
Ein mutiger Weg
Am 23. Januar 2002 verabschiedete sich Daniel Pearl (Dan Futterman), Südostasienkorrespondent des „Wall Street Journal“, von seiner Frau Mariane (Angelina Jolie), um zu einem Interview mit einem Terroristenführer zu fahren. Dabei wird Daniel von der Al-Qaida entführt. Verzweifelt unternimmt Mariane vor Ort in Pakistan alles, um die Freilassung ihres Mannes zu erwirken. Den grausamen Mord an Daniel kann sie jedoch nicht verhindern. Michael Winterbottom („In This World“, „The Road to Guantanamo“) setzte die gleichnamigen Memoiren von Mariane Pearl mit großer Authentizität und Emotionalität in Szene.
USA 2007, 103 Minuten

Ab 13. September:
Yella
Mit „Die innere Sicherheit“ und „Gespenster“ begann Filmemacher Christian Petzold, einer der führenden Köpfe der Berliner Schule, eine lose gestaltete Trilogie über Menschen, die unerwartet von Dämonen der Vergangenheit eingeholt werden. „Yella“ setzt dieses kühle, rätselhafte und doch so intensive Kino der Ambivalenz fort. Die Titelrolle ist mit Nina Hoss, die dafür in Berlin mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet wurde, überzeugend besetzt. Yella verlässt Ostdeutschland, um im Westen ein neues Leben zu beginnen und ihre kaputte Ehe hinter sich zu lassen. Der verzweifelte Schritt entpuppt sich als Erfolg: In der Welt des Venture-Kapitals macht sie Karriere, und auch ein neuer Mann lässt nicht lange auf sich warten. Doch plötzlich tauchen Stimmen und Bilder auf, die sie glauben lassen, ihr neues Leben könne womöglich nur in ihrer Fantasie stattfinden.
Deutschland 2007, 88 Minuten

Ab 20. September:
Ein fliehendes Pferd
Das in die Jahre gekommene Ehepaar Helmut und Sabine wird in der Langeweile seines Ferienhausurlaubs von einem Studienfreund Helmuts und seiner aufregenden weiblichen Begleitung aufgescheucht. Die Leinwandadaption von Martin Walsers gleichnamigen Bestseller, in der das Beziehungsgeflecht zweier Paare tiefenpsychologisch bis zum blanken Nerv freigelegt wird, lebt von der beeindruckenden Besetzung: Ulrich Noethen, Katja Riemann, Ulrich Tukur und – als Neuentdeckung – Petra Schmidt-Schaller.
Deutschland 2007, 96 Minuten

Ab 27. September:
Auf der anderen Seite
Preis für das beste Drehbuch in Cannes: Im zweiten Teil seiner Trilogie „Liebe, Tod und Teufel“ erzählt Regisseur Fatih Akins („Gegen die Wand“) von sechs Menschen, deren Leben sich miteinander verweben. Charlotte verliebt sich zum Verdruss ihrer Mutter, einer vereinsamten, aber aufrechten Alt-68erin, in die gleichaltrige Ayten. Nejat hat die Welt seines Vaters Ali hinter sich gelassen, doch dann entwickelt er mehr und mehr Gefühle für die Gefährtin seines Vaters. Um ihrer Tochter in Istanbul ein Studium zu ermöglichen, prostituiert sich Yeter in Deutschland. Der Tod einer der Figuren führt die sechs Schicksale zusammen.
Deutschland 2007, 122 Minuten

Thriller
Ab 27. September:
Die Fremde in Dir
Die New Yorker Rundfunkmoderatorin Erica Bain (Oscar-Gewinnerin Jodie Foster) führt ein zufriedenes Leben und liebt ihren Verlobten abgöttisch. Doch all das wird ihr durch einen brutalen Überfall genommen, bei dem sie schwerste Verletzungen erleidet und ihr künftiger Mann stirbt. Unfähig, dieses Trauma zu verarbeiten, beginnt sie nächtliche Streifzüge durch die Straßen, um die Verantwortlichen aufzuspüren – gebannt verfolgt von der Öffentlichkeit. Doch während die Polizei verzweifelt versucht, sie zu finden, und sich ein Polizeibeamter (der Oscar-nominierte Terrence Howard) dicht an ihre Fersen heftet, muss sich Erica entscheiden: Befindet sie sich mit ihrem Rachefeldzug auf dem richtigen Weg, oder ist sie nicht längst selbst zu dem geworden, was sie eigentlich bekämpfen wollte?
USA 2007, 116 Minuten



Foto: absolut Medien
Foto: absolut Medien
DVD-Tipp

Martin Kippenberger im Porträt
Der Zeit seines Lebens umstrittene Maler, Bildhauer und Performance-Künstler, 1953 in Dortmund geboren und 1997 bereits im Alter von 44 Jahren verstorben, gilt heute als einer der produktivsten und vielseitigsten deutschen Nachkriegskünstler. Seine Werke erzielen international Höchstpreise. Jörg Kobels Film vermittelt in Interviews mit Weggefährten ein Bild des privat eher scheuen Menschen, dessen provozierendes Verhalten in der Öffentlichkeit immer wieder zu Kontroversen führte. „Dieses Leben kann nicht die Ausrede für das nächste sein“, so lautete Kippenbergers Motto. Und so hat er auch gelebt, der zeitgeistige Performer und wilde Rock ’n’ Roller.

„Kippenberger – der Film“, Deutsche OF mit englischen Untertiteln, circa 75 Minuten, www.absolutmedien.de, Bestellnr.: 91, 19,90 Euro
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