ArchivDeutsches Ärzteblatt36/2007Studie zur Gesundheitskarte: Schlecht informierte Bürger, skeptische Ärzte

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Studie zur Gesundheitskarte: Schlecht informierte Bürger, skeptische Ärzte

Dtsch Arztebl 2007; 104(36): A-2440 / B-2158 / C-2090

Krüger-Brand, Heike E.

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Foto: Bundesministerium für Gesundheit
Foto: Bundesministerium für Gesundheit
Wie wird sich die Bedeutung von E-Health-Anwendungen im Gesundheitswesen in den nächsten Jahren entwickeln? Die Fachhochschule (FH) Flensburg hat hierzu gemeinsam mit Gemini Executive Search eine bundesweite Befragung durchgeführt und die Ergebnisse in der Studie „eHealth in Deutschland“ veröffentlicht. Zielgruppen der Befragung waren Leistungserbringer (Krankenhäuser, Niedergelassene, Pflegeeinrichtungen), Kostenträger, IT-Unternehmen und Patienten.
Bei den Bürgern besteht eine weitgehende Akzeptanz von E-Health-Anwendungen bei gleichzeitigem Informationsdefizit, etwa hinsichtlich der elektronischen Gesundheitskarte und der elektronischen Patientenakte (EPA), so ein Ergebnis der Befragung. „Fast 80 Prozent der Befragten fühlten sich schlecht oder eher schlecht informiert“, erklärte Prof. Dr. Roland Trill, FH Flensburg und Autor der Studie. Dennoch schätzen rund 45 Prozent der Befragten den Nutzen der Gesundheitskarte hoch ein. Den Bürgern sind vor allem die Notfalldaten (75 Prozent), die Diagnosen (53 Prozent) und die Medikation (43 Prozent) wichtig, das heißt die freiwilligen Anwendungen.
73 Prozent und 60 Prozent der befragten Industrie- beziehungsweise Krankenkassenvertreter schätzen die Bedeutung dieses Telematikprojekts für den Standort Deutschland als sehr hoch oder hoch ein. Diese Bewertung teilen die Leistungsanbieter nicht. Deren Einschätzungen liegen bei 35 Prozent, wobei die Zustimmung bei den Ärzten mit 29 Prozent am geringsten ausfällt. Die Leistungserbringer sind eher skeptisch – so halten nur noch 14 Prozent der niedergelassenen Ärzte eine Umsetzung der Pflichtanwendungen der Gesundheitskarte im Jahr 2008 für möglich. KBr

Informationen: Prof. Dr. Roland Trill, Fachhochschule Flensburg, Krankenhausmanagement & E-Health, Kanzleistraße 91–93, 24943 Flensburg, E-Mail: trill@fh-flensburg.de, Internet: www.fh-flensburg.de/ehealth (Die Studie kostet 150 Euro.)
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