ArchivDeutsches Ärzteblatt36/2007Mitteilungen: Neufassung der „Vereinbarung von Qualitätssicherungsmaßnahmen nach § 135 Abs. 2 SGB V zur zytologischen Untersuchung von Abstrichen der Cervix uteri“

BEKANNTGABEN DER HERAUSGEBER: Kassenärztliche Bundesvereinigung

Mitteilungen: Neufassung der „Vereinbarung von Qualitätssicherungsmaßnahmen nach § 135 Abs. 2 SGB V zur zytologischen Untersuchung von Abstrichen der Cervix uteri“

Dtsch Arztebl 2007; 104(36): A-2446 / B-2162 / C-2094

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LNSLNS Die „Vereinbarung zu Qualifikationsvoraussetzungen gemäß § 135 Abs. 2 SGB V zur Durchführung von zytologischen Untersuchungen zur Diagnostik der Karzinome des weiblichen Genitale“ (Zytologie-Vereinbarung) von 1992 regelte die Qualifikationsvoraussetzungen zur Durchführung und Abrechnung zytologischer Untersuchungen. Zur Vereinheitlichung bereits bestehender regionaler Qualitätssicherungsaktivitäten sowie zur Anpassung an internationale Standards haben die Partner der Bundesmantelverträge die bestehende Zytologie-Vereinbarung überarbeitet und in wesentlichen Punkten weiterentwickelt. Die Neuregelungen betreffen insbesondere folgende Bereiche.
Einheitliche Eingangsqualifikation
Die Qualifikationsvoraussetzungen zur Durchführung und Abrechnung zytologischer Untersuchungen sind nun für die berechtigten Facharztgruppen einheitlich geregelt. Unverändert aus der bisherigen Zytologie-Vereinbarung wurde die erfolgreiche Teilnahme an einer Präparateprüfung übernommen.
Fachliche Qualifikation der Präparatebefunder
Erstmals wird mit der neuen Zytologie-Vereinbarung auch die fachliche Qualifikation der im Zytologie-Labor unter Anleitung und Aufsicht des zytologieverantwortlichen Arztes tätigen Präparatebefunder verbindlich vorgegeben. Gefordert wird die erfolgreich abgeschlossene Ausbildung als „Zytologisch tätige/r Assistent/in“ oder „Medizinisch-technische/r Laboratoriumsassistent/in“ mit einer anschließenden ganztägigen einjährigen praktischen Tätigkeit in einer Laboreinrichtung der Zervix-Zytologie. Im Rahmen einer Übergangsregelung besteht für die in den Zytologie-Labors bereits tätigen Präparatebefunder die Möglichkeit, eine einjährige ganztägige praktische Tätigkeit oder eine vom Umfang her vergleichbare berufsbegleitende Tätigkeit in einer Laboreinrichtung der Zervix-Zytologie nachzuweisen.
Durchführung von zytologischen Präparatebefundungen
Vorgaben zur Durchführung von zytologischen Präparatebefundungen sehen vor, dass die Präparatebefundung in den Räumen der zytologischen Einrichtung und an einem zytologischen Arbeitsplatz erfolgt. Entsprechend international üblichen Standards dürfen am Mikroskop arbeitende Präparatebefunder durchschnittlich pro Arbeitsstunde nicht mehr als zehn Präparate befunden. Die neue Vereinbarung enthält Vorgaben zur Präparateaufbereitung (z. B. Präparatefärbung nach Papanicolaou), macht die Präparatebefundung nach der sogenannten Münchner Nomenklatur II verbindlich und regelt, welche Präparate vom zytologieverantwortlichen Arzt zu begutachten sind.
Stichprobenprüfung der Präparatequalität und ärztlichen Dokumentation
Die Kassenärztliche Vereinigung fordert vom zytologieverantwortlichen Arzt regelmäßig Präparate mit der dazugehörenden Dokumentation und Befundung an. Die eingereichten Präparate werden von der Qualitätssicherungs-Kommission auf ausreichende technische Präparatequalität, zutreffende und vollständige Beurteilung des Präparates sowie auf vollständige Dokumentation überprüft.
Statistische Erfassung der Untersuchungsergebnisse
Der zytologieverantwortliche Arzt erstellt eine sogenannte Jahresstatistik, die eine fallbezogene Auflistung der zytologischen Befundgruppen enthält. Im Rahmen der internen Praxisorganisation ist anhand dieser Jahresstatistik eine Zusammenführung und Korrelation zytologischer und histologischer Befundergebnisse vorzunehmen. Diese Zusammenführung auffälliger zytologischer Befunde mit der Histologie stellt ein Kernelement internationaler und nationaler Regelungen zur Qualitätssicherung der Zervix-Zytologie dar.
Die neue „Vereinbarung von Qualitätssicherungsmaßnahmen nach § 135 Abs. 2 SGB V zur zytologischen Untersuchung von Abstrichen der Cervix uteri“ (Qualitäts­sicherungs­ver­ein­barung Zervix-Zytologie) tritt – unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Gremien der Partner der Bundesmantelverträge, von der jedoch ausgegangen werden kann – zum 1. Oktober 2007 in Kraft.
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