ArchivDeutsches Ärzteblatt PP9/2007Qualitätssicherung: Andere Qualitätsmängel
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LNSLNS In der Psychotherapie gibt es schon lange ein sehr gutes Qualitätsmanagement, was die Prozess- und Ergebnisqualität der eigentlichen Arbeit betrifft. In keinem ärztlichen Bereich gibt es so viele Qualitätszirkel oder so viele Supervision oder Intervisionsgruppen. Die schon seit Jahren offensichtlichen und bekannten Qualitätsmängel in der Psychotherapie bestehen dagegen in der Unterversorgung großer (ländlicher) Gebiete, in einer mangelnden Ausstattung in der Praxisverwaltung – Psychotherapeuten sind finanziell nicht in der Lage, sich eine feste Bürokraft zu leisten, die hier für eine bessere Büroorganisation sorgen könnte, in einer noch immer nur mangelhaften Integration der Psychologischen Psychotherapeuten in das ambulante Versorgungssystem – zum Beispiel Einweisungen und Überweisung sind den Psychologen immer noch untersagt. Begrenzung der Psychotherapie auf sehr eingeschränkte Methoden, ohne dass hier eine Weiterforschung oder genauere Erforschung auch neuer Methoden seitens der Institutionen oder der Kostenträger unterstützt wird. Da gerade Psychotherapie wenig zu vermarkten und wenig profitabel ist – daher auch kostengünstig –, gibt es keine wirtschaftlichen Anreize oder Interessen an der Psychotherapieforschung.
Diese wirklichen Qualitätsmängel werden weder durch QEP noch durch KTQ erfasst oder behoben. Ein Qualitätsmanagement in der beschlossenen Art erscheint damit in der Psychotherapie als pure Augenwischerei, um tatsächliche Mängel zu vertuschen.
Dipl.-Psych. Sebastian Rühl, Bogenstraße 11, 63589 Linsengericht
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