ArchivDeutsches Ärzteblatt PP9/2007Flüchtlinge: Ergänzung
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LNSLNS Zu dem Artikel von Herrn Dr. Gierlichs wäre noch zu ergänzen, dass es das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge selbst war, welches gemeinsam mit der Universität Konstanz im Jahre 2003 die von Dr. Gierlichs zitierte Untersuchung (Gaebel et al. [2005]: Prävalenz der posttraumatischen Belastungsstörung und Möglichkeiten der Ermittlung in der Asylverfahrenspraxis, Zeitschrift Klinische Psychologie und Psychotherapie, 35 [1], Seite 12–20) durchgeführt hat. In dieser Studie war in einer Stichprobe von 76 Asylerstantragstellern eine Prävalenz der posttraumatischen Belastungsstörung von 40 Prozent festgestellt worden. Die Entstehungsgeschichten, so die Autoren, hätten in den meisten Fällen asylrelevante Zusammenhänge vermuten lassen. Psychische Erkrankungen anderer Genese sind darunter noch nicht subsumiert. Man kann daher davon ausgehen, dass die Morbiditätsrate psychischer Störungen bei Flüchtlingen und Asylbewerbern in der Bundesrepublik Deutschland außerordentlich hoch ist. Demgegenüber besteht für diesen Personenkreis eine leider noch immer unzureichende ärztliche und psychiatrische Versorgung, die natürlich auch, aber nicht nur auf eine unzureichende sprachliche Verständigung zurückgeführt werden kann. Dies belegt leider die Alltagspraxis im Berliner Behandlungszentrum für Folteropfer fast täglich aufs Neue!
Dr. med. Ferdinand Haenel, Leiter der Tagesklinik, bzfo-Behandlungszentrum für Folteropfer Berlin e.V., Turmstraße 21, 10559 Berlin
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