ArchivDeutsches Ärzteblatt PP9/2007Depressionen: Alternative Methoden wenig wirksam

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Depressionen: Alternative Methoden wenig wirksam

PP 6, Ausgabe September 2007, Seite 426

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LNSLNS Psychiater des King’s College London haben 19 Studien geprüft, bei denen alternative Heilmethoden als Monotherapie bei Depressionen eingesetzt wurden. Unter den Heilmethoden waren zum Beispiel verschiedene homöopathische und pflanzliche Mittel, Akupunktur, Farbtherapie, Bachblütentherapie, Ayurveda und spirituelles Heilen. Die Wissenschaftler analysierten die Studien hinsichtlich verschiedener Evidenzkriterien, wie Stichprobengröße, Kontrollgruppen, Studiendesign, Prä-Post-Vergleich und Expertenmeinungen. Wie sich zeigte, hielten die meisten Studien den strengen Kriterien nicht stand. „Mit vielen Heilmethoden konnten zwar moderate Erfolge erzielt werden, vor allem bei leichten Depressionen, aber die Ergebnisse waren oft nicht replizierbar“, berichten die Autoren. Zudem wiesen alle Studien gravierende methodische Probleme auf, und die Wirksamkeit der meisten Heilmethoden übertraf nicht die von Placebos. Darüber hinaus erbrachte der Vergleich der Studien kein einheitliches Bild, sondern überwiegend widersprüchliche und negative Ergebnisse. Die Wissenschaftler raten daher zur Vorsicht beim Einsatz alternativer Heilmethoden gegen Depressionen und empfehlen stattdessen empirisch gesicherte und bewährte Verfahren wie die kognitive Verhaltenstherapie. ms

Thachil AF, Mohan R, Bhugra D: The evidence base of complementary and alternative therapies in depression. Journal of Affective Disorders 2007; 97(1): 23–35.
A. F. Thachil, King’s College London, Section of Cultural Psychiatry, HSRD, PO: 25, Institute of Psychiatry, DeCrespigny Park, London SE5 8AF, UK, E-Mail: afthachil@yahoo.co.uk
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