ArchivDeutsches Ärzteblatt PP9/2007Suchtmittelkonsum: Je früher der Einstieg, desto größer die Abhängigkeit

Referiert

Suchtmittelkonsum: Je früher der Einstieg, desto größer die Abhängigkeit

PP 6, Ausgabe September 2007, Seite 429

MS

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Aktuellen Studien zufolge konsumieren immer mehr Jugendliche in fast allen westlichen Ländern Tabak und Alkohol. Gleichzeitig sinkt das Einstiegsalter, und der Konsum wird immer exzessiver. Welche Folgen diese Tendenzen für eine Suchtgefahr haben, untersuchten jetzt Manfred Laucht und Brigitte Schmid vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim im Rahmen einer prospektiven Längsschnittstudie. An der Studie nahmen 161 Jungen und 176 Mädchen im Alter von 15 Jahren teil. Sie wurden unter anderem zu ihren Rauch- und Trinkgewohnheiten befragt. Rund 50 Prozent der Teilnehmer waren Tabakkonsumenten, 30 Prozent gehörten zur Gruppe der täglichen Raucher, wobei der Tabakkonsum bei den weiblichen Teilnehmern ausgeprägter war als bei den männlichen. Ein frühes Einstiegsalter erhöhte erheblich die Gefahr der Abhängigkeit und des Missbrauchs im späteren Alter. Zudem ging es mit stärkerem und häufigerem Konsum im Jugendalter einher. „Je jünger die 15-Jährigen waren, als sie das erste Mal an einer Zigarette zogen, desto höher war die Wahrscheinlichkeit, dass sie im letzten Monat täglich und eine größere Anzahl an Zigaretten rauchten“, so Laucht und Schmid. Ebenso konsumierten die Jugendlichen eine durchschnittlich größere Menge an Alkohol, tranken an mehr Tagen im Monat, waren mit einer höheren Wahrscheinlichkeit schon einmal betrunken und wiesen häufiger mehr als eine Episode exzessiven Trinkens auf, je früher sie ihr erstes Glas Alkohol konsumiert hatten. Auch hier zeigte sich ein Geschlechterunterschied: Mädchen entwickelten nach dem Beginn des Tabakkonsums schneller erste Abhängigkeitssymptome als Jungen. ms

Laucht M, Schmid B: Früher Einstieg in den Alkohol- und Tabakkonsum – Indikator für eine erhöhte Suchtgefährdung? Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie 2007; 35(2): 137–43.
Dr. Manfred Laucht, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Postfach 12 21 20, 68072 Mannheim, E-Mail: laucht@zi-mannheim.de
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema