ArchivDeutsches Ärzteblatt PP9/2007Wunderlich-Stiftung: Heimkehr nach Eberswalde

KULTUR

Wunderlich-Stiftung: Heimkehr nach Eberswalde

PP 6, Ausgabe September 2007, Seite 434

Klinkhammer, Gisela

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Paul Wunderlich: Akt auf rotem Sofa, 1965, Öl auf Leinwand 162130 cm, Stiftungssammlung, Stifter E. und H. Roemer
Paul Wunderlich: Akt auf rotem Sofa, 1965, Öl auf Leinwand 162130 cm, Stiftungssammlung, Stifter E. und H. Roemer
Mithilfe der mehr als 330 Werke umfassenden Sammlung des Ehepaares Roemer kann das Paul-Wunderlich-Haus als ganzheitliche Ausstellungsfläche genutzt werden.

Nur durch Zufall geriet die Veröffentlichung des Eberswalder Museums mit Dokumenten und Erinnerungen der letzten Kriegstage in die Hände des Künstlers Paul Wunderlich. Er schrieb 1995 an das Museum: „Der Inhalt hat mich sehr interessiert . . . Mein Großvater war der Eberswalder Baumeister Paul Arendt. Ich wurde 1927 in Eberswalde geboren . . . PS: Beigefügt eine Monographie über mich und meine Arbeit zu Ihrer Information.“
Warum diese knappen Sätze für die Zukunft viel bewegen sollten, darüber berichtet Ingrid Fischer in dem Buch „Die Heimkehr des Paul Wunderlich“ (1). 52 Jahre war der Künstler vorher nicht mehr in Eberswalde gewesen. In Eberswalde waren 1995/96 die Bedingungen für eine größere Ausstellung im damaligen Museumsgebäude noch nicht gegeben, doch der Umzug in ein größeres Gebäude rückte in greifbare Nähe. Vor zehn Jahren, am 26. Oktober 1997, wurde die erste Ausstellung Paul Wunderlichs in seiner Geburtsstadt eröffnet. Zu sehen waren 45 Litografien und sechs kleinere Skulpturen der Wanderausstellung des Schleswig-Holsteinischen Landesmuseums Schloss Gottorf sowie zehn Gemälde und 20 Skulpturen als Leihgaben des Künstlers.
Anlässlich seines 75. Geburtstags im Jahr 2002 erwies die Stadt Paul Wunderlich mit einer zweiten Ausstellung erneut ihre Referenz. Die immer mehr Freunde gewinnende Begeisterung für den Künstler gipfelte schließlich in der Idee der Namensgebung des geplanten Neubaus für das durch die Bauherren, Landkreis und Sparkasse Barnim geplante Dienstleistungs- und Verwaltungszentrum. Im Jahr 2004 wurde vom Kreistag der Beschluss zur Namensgebung für das Paul-Wunderlich-Haus gefasst. Zum ersten Spatenstich im darauffolgenden Jahr waren auch der Künstler und seine Frau, Karin Székessy, gekommen.
Das Ehepaar Roemer zu Gast bei Wunderlichs in Holstein 1979
Das Ehepaar Roemer zu Gast bei Wunderlichs in Holstein 1979
Noch im selben Jahr übergaben das Sammlerehepaar Ernst und Hannelore Roemer der Kreisverwaltung Barnim ihre mehr als 330 Kunstwerke umfassende Paul-Wunderlich-Sammlung als „Stiftung für das Paul-Wunderlich-Haus“. Ernst Roemer war von 1966 bis 1991 Chefredakteur des Deutschen Ärzteblattes (DÄ). Auch seine Frau, Dr. med. Hannelore Roemer-Hoffmann, war dem DÄ lange Jahre als Redakteurin verbunden. Zur Konstituierung des Stiftungsbeirats am Tag des Richtfests, am 24. Mai vorigen Jahres, wurde in der Eberswalder Adler-Apotheke ein erster Einblick in die wertvolle Sammlung gewährt. „Mehr als 40 Jahre haben die Roemers die Werke des von ihnen verehrten Wunderlich gesammelt. Haben über ihn kenntnisreich in ihrem Deutschen Ärzteblatt geschrieben,“ so Frank Göritz, der Vorsitzende des Vorstands der „Stiftung für das Paul-Wunderlich-Haus“ (zum Beispiel DÄ, Heft 48/ 1983, Heft 33/1985, Heft 10/2002). Es war Ernst Roemer nicht mehr vergönnt, die Eröffnung des Paul-Wunderlich-Hauses zu erleben. Er starb am 7. Mai vergangenen Jahres und wurde einen Tag vor dem Richtfest auf dem Eberswalder Waldfriedhof unweit des Paul-Wunderlich-Hauses beigesetzt. Das Haus wurde vor Kurzem eröffnet und steht seit dem 1. Juli allen Bürgern offen (Deutsches Ärzteblatt, Heft 28–29/2007). Informationen unter Telefon: 0 33 34/2 14 17 03.
Gisela Klinkhammer

Literatur
1. Freundeskreis Paul-Wunderlich-Stiftung e.V. (Hrsg.): Die Heimkehr des Paul Wunderlich, 2007.
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema