ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2007PKV-Studie: Teure Einzelfälle überschätzt

AKTUELL

PKV-Studie: Teure Einzelfälle überschätzt

Dtsch Arztebl 2007; 104(37): A-2461 / B-2177 / C-2109

Flintrop, Jens

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Kostenintensive Einzelfälle bestimmen weit weniger die Höhe der Gesundheitsausgaben als bisher angenommen. Zudem verteilen sich die Ausgaben mit steigendem Lebensalter zunehmend gleichmäßig auf die Versicherten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP), für die Daten von 625 000 Personen über zehn Jahre ausgewertet wurden.
Das WIP widerlegte somit die „20/80-These“, wonach 20 Prozent der Versicherten 80 Prozent der Leistungen beanspruchen. Der Studie zufolge benötigen etwa die 20 Prozent der teuersten Fälle unter den 80- bis 89-jährigen Frauen nur 57 Prozent aller Ausgaben der Altersgruppe.
Bemerkenswert ist auch, dass hohe Behandlungskosten nicht mit einem dauerhaft teuren Krankheitsverlauf verbunden sein müssen. Von den Personen, die im ersten Jahr in der Gruppe der teuren Behandlungsfälle zu finden waren, gehörten dieser Gruppe im zweiten Jahr weniger als 50 Prozent und im dritten Jahr weniger als 30 Prozent weiterhin an. Hohe Kosten sind also keineswegs mit einem chronischen Krankheitsverlauf gleichzusetzen.
WIP-Leiter Christian Weber: „Wenn teure Einzelfälle weniger relevant für die Finanzierung sind als angenommen, dann muss die Bedeutung des Fallmanagements – von Chronikerprogrammen bis hin zur integrierten Versorgung – unter Kostenaspekten neu diskutiert werden.“ JF
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema