ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2007Frühchenprojekte: Damit die Bindung gelingt

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Frühchenprojekte: Damit die Bindung gelingt

Dtsch Arztebl 2007; 104(37): A-2461 / B-2177 / C-2109

Bühring, Petra

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Foto: VISUM
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Das Frühchenprojekt an der Berliner Charité wurde im Rahmen der Standortinitiative „Deutschland – Land der Idee“ als „Ausgewählter Ort 2007“ ausgezeichnet. Vergleichbare Projekte gibt es auch in Hamburg, Heidelberg, Leipzig und München. Die Hilfsorganisation Deutsche Kinderhilfe Direkt finanziert an den fünf Universitätskliniken mit Spendengeldern die Stellen von Psychologinnen oder Sozialpädagoginnen, die die Eltern von Frühgeborenen präpartal bis zur Entlassung psychosozial betreuen und weiterführende Hilfen organisieren. Psychosoziale Betreuung in der Neonatologie ist kein Angebot der Regelversorgung.
Für die Eltern sei eine zu frühe Geburt „extrem belastend“, betont Susanne Hommel, Psychologin im Frühchenprojekt Hamburg. Das Aussehen des Kindes, der Gesundheitszustand, die intensivmedizinischen Eingriffe und die Ungewissheit über die weitere Entwicklung setze viele Eltern unter Schock bis hin zu posttraumatischen Belastungsreaktionen. Hommel: „Das macht eine positiv gelungene Bindung zum Kind sehr schwierig.“ Zudem sei es nicht leicht, die Signale zu erkennen, mit denen Frühgeborene ihre Bedürfnisse äußerten. Noch bei einjährigen Frühchen berührten die Eltern ihre Kinder weniger häufig, sei die körperliche Fürsorge wichtiger als die emotionale Zuwendung und zeigten sie eher kontrollierende Verhaltensweisen. Wichtiges Ziel der Arbeit in den Frühchenprojekten sei es deshalb, die Eltern für die seelischen Bedürfnisse ihrer Kinder zu sensibilisieren und ihre Kompetenz im Umgang mit ihnen zu stärken. PB
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