ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2007Europäische Union: Mindestlohn für „Abzocker“

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Europäische Union: Mindestlohn für „Abzocker“

Dtsch Arztebl 2007; 104(37): A-2494 / B-2204 / C-2136

Walter, Gerhard

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Schön, was man EU-weit alles thematisieren kann. Allerdings sollte man auch das Honorar der Ärzte europaweit diskutieren. Hierzu möchte ich ein Beispiel nennen: Ich bin von Beruf Radiologe, also professioneller „Abzocker“. Hier in Bayern bekomme ich (KV Mittelfranken: I. Quartal 2007) zum Beispiel für einen Thorax in zwei Ebenen ganze 8,04 Euro (Regionalkasse) oder 9,39 Euro (Ersatzkasse). Für ein CT des Gehirns sind es 31,26 Euro (Regionalkasse) oder 36,37 Euro (Ersatzkassen). Mit einem Zuschlag für die KM-Serie sind es dann (wenn ein Kontrastmittel gegeben wird) 42,83 Euro bzw. 49,82 Euro . . . Für ein MRT im Budget gibt es satte 155,34 Euro für die komplette Untersuchung des Gehirns, bei zusätzlicher Kontrastmittelgabe sogar 212,58 Euro . . . Das Budget für die MRT-Untersuchung ist in Bayern brutal gedeckelt und schnell erreicht. Wird das Praxis-Individualbudget überschritten, kostet das MRT keine 20 Euro mehr (!). Bei diesen „Abzockerpreisen“ ist dringend zu fordern, dass wir auch auf diesem Sektor eine „europaweite Harmonisierung“ erreichen, damit ich mir nicht die Taschen so voll machen kann. Deshalb fordere ich einen „europäischen Mindestlohn für ‚Abzocker‘ und auch für seriöse Ärzte“ . . . Es ist wohl an der Zeit, dass die einzelnen Arztgruppen ihre Kassenhonorare quartalsweise in großen Tageszeitungen für die Bevölkerung veröffentlichen: jeweils in Euro (!) für das jeweils vorangegangene Quartal. Dann hört das endlich mit den Betrugsvorwürfen gegen Ärzte auf. Wer betrügt hier eigentlich wen?
Dr. med. Gerhard Walter, Radiologisches Zentrum, Hembacher Weg 22, 91126 Schwabach
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