ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2007Strafprozess: Fehlentwicklung
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. . . Bei zunehmendem Druck in Richtung Kostensenkung platzt das schwächste Glied in der Kette: Aber dieses Versagen ist nicht die Ursache, sondern das Symptom für eine Fehlentwicklung. Auch für den Richter waren andere Symptome im Umgang in der Abteilung unverkennbar, und er stellte zudem fest, dass „Sterbehilfe“ aus Mitleid als Motiv nicht erkennbar war. Ist es so undenkbar, dass der mit hoher Priorität gefahrene Kostendruck von aufgrund ihrer Persönlichkeitsstruktur zusätzlich individuell überforderten Mitarbeitern in dieser Form an die Patienten weitergegeben wird? Da helfen dann auch keine Denunziationsbriefkästen und kein Kommunikationstraining, in dem nur irgendein McKinsey- Quatsch verbreitet wird . . . Die Merkantilisierung und Profitabilisierung des Gesundheitswesens schreiten voran. In vielen Häusern wird der Pflegedienst von Kaufleuten geleitet . . . Wir Ärzte stehen in der Verantwortung, unseren Arbeitsbereich im Interesse der Patienten (also uns aller!) vor dieser atavistischen Übernahme zu schützen; wir, und nicht die Ökonomen, werden dann gefragt und zur Rechenschaft gezogen . . .
Dipl.-Med. Andreas Thumulla, Großer Kamp 41, 29699 Bomlitz/Jarlingen
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