MEDIEN

Ischemic Heart Disease

Dtsch Arztebl 2007; 104(37): A-2498 / B-2207 / C-2139

Falk, Erling; Shah, Prediman K.; Feyter, Pim J. de

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Kardiologie: Beeindruckende Multidisziplinarität

Auf jeden Herzinfarktpatienten kommen 30 Patienten mit chronischer ischämischer Herzerkrankung (IHD), insofern sind viele Ärzte – Allgemeinärzte, Internisten, Kardiologen, Herzchirurgen – mit akuten und chronischen Formen der IHD befasst. Dieser Krankheit in all ihren Schattierungen widmet sich das Werk – Lehrbuch und Atlas zugleich. 312 Großformatseiten, 23 Kapitel von der Anatomie bis zur Stammzelltherapie bei akutem Herzinfarkt, 373 (Farb-)Abbildungen, 59 Tabellen und mehr als 100 international ausgewiesene Experten aus Europa und Nordamerika machen dieses vom Verlag sehr ansprechend ausgestattete und gestaltete Werk zu einem wahren „KHK-Bilderbuch“ – im besten Sinn des Wortes. Anschaulicher dürfte es wohl kaum gehen, zumindest ist dem Rezensenten nichts Vergleichbares im deutschsprachigen Schrifttum bekannt. Was besonders beeindruckt, ist die Multidisziplinarität. Im Kapitel vier vermittelt das Miteinander von herzchirurgischem Situs, Koronarangiogramm, Schemazeichnung, pathologischem Präparat, PET-, MR- und Myokardszintigrafie-Abbildungen das Verständnis für die Pathophysiologie der Myokardischämie, wie sie sich für den Arzt bei den angeforderten Untersuchungsergebnissen seines Patienten klinisch darstellt.
Ein weiterer wichtiger positiver Aspekt: Anscheinend gab es kein langes Zeitintervall und damit keinen Aktualitätsverlust zwischen dem Erscheinen der englischsprachigen internationalen Ausgabe und der englischsprachigen deutschen Lizenzausgabe, beide sind 2007 erschienen.
Ein Wermutstropfen betrifft die Therapie-Kapitel. Hier hat man den Eindruck, dass nicht selten – in wenig strukturierter Form – weniger Wichtiges gleichwertig neben Wichtigem steht, und manches vermisst man auch: so die heftig geführte Diskussion um die Gefahr von späten Rethrombosen bei medikamentenbeschichteten Stents (DES) und den Hinweis, dass bei DES Clopidogrel für zwölf Monate und nicht nur für vier Wochen zu geben ist. Ebenso nicht genannt werden das vor Kurzem zugelassene Antianginosum Ivabradin als Alternative bei Betablocker-Kontraindikationen sowie die Empfehlung zur jährlichen Grippeimpfung; angeführt werden ACE-Hemmer, nicht aber AT-Rezeptorenblocker. Die Nationalen VersorgungsLeitlinien „Chronische KHK“ sind hier prägnanter.
Diese kleinen Schwächen bei manchen Therapiekapiteln trüben jedoch keineswegs den positiven Gesamteindruck. Alle Ärzte – ob Facharzt oder in Weiterbildung –, die Patienten mit IHD betreuen, werden von diesem vorzüglichen Lehrbuch und Atlas profitieren. Sie müssen nur ein wenig Zeit mitbringen, damit dieses wunderbare Bildmaterial auch voll zum Tragen kommt. Karl Werdan

Erling Falk, Prediman K. Shah, Pim J. de Feyter: Ischemic Heart Disease. Deutscher Ärzte-Verlag, Köln, 2007, 312 Seiten, gebunden, 149 Euro
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