ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2007Mortalität von Aussiedlern aus der ehemaligen Sowjetunion – Ergebnisse einer Kohortenstudie: Inhomogene Gruppe

MEDIZIN: Diskussion

Mortalität von Aussiedlern aus der ehemaligen Sowjetunion – Ergebnisse einer Kohortenstudie: Inhomogene Gruppe

Dtsch Arztebl 2007; 104(37): A-2511 / B-2219 / C-2151

Herzfeld, Andreas

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LNSLNS Zuerst über mich: Ich habe 6 Jahre Medizin in der ehemaligen UdSSR studiert, betreue jedes Quartal bis zu 160 deutsche und jüdische Aussiedler, habe auch private Kontakte und kenne die Lebensweise sehr gut.
Sie behaupten, dass die Mortalität bei den Aussiedlern niedriger ist als bei Deutschen. Meiner Meinung nach sind Ihre Schlussfolgerungen falsch und können so nicht stehen bleiben. Die Aussiedler sind deutlich jünger, wie Sie selber angeben und der Lebensbaum auch eindrucksvoll zeigt. In Tabelle 3 verwenden Sie die zu erwartene Sterbehäufigkeit berechnet anhand der deutschen Population, die aber deutlich älter ist! Kein Wort über das Sterbealter. Hier wäre ein Vergleich notwendig. Die Aussiedler leiden zu geschätzt 90 % an Helicobacter-Infektionen mit allen möglichen Komplikationen. Laut Ihrer Statistik starb niemand an Magenbluten, Magendurchbruch, akuter Pankreatitis (meistens alkoholbedingt). Dies kann ich nicht glauben.
Die Russlanddeutschen sind genauso inhomogen wie wir Deutschen. Dies sollte bei Subgruppenanalysen berücksichtigt werden. Als Beispiel sei die seit über 100 Jahren bekannte erhöhte Suizidrate in Sachsen genannt.
Mein Fazit: In der jüngeren Gruppe der Aussiedler ist die Mortalität zwar geringer als bei uns Deutschen, aber diese Aussiedler sterben jünger!

Dr. Andreas Herzfeld
Lützner Straße 195
04209 Leipzig

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