ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2007Nabelschnur später abklemmen

MEDIZIN: Referiert

Nabelschnur später abklemmen

Dtsch Arztebl 2007; 104(37): A-2512 / B-2220 / C-2152

Lu

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LNSLNS Ein spätes Abklemmen der Nabelschnur vermindert die Häufigkeit für eine kindliche Anämie. Dies ergab eine Literaturrecherche in den Datenbanken der Cochrane Collaboration zur Frage, wann beim reifen Neugeborenen die Nabelschnur abgeklemmt werden sollte. Die Autoren fanden 37 englischsprachige Untersuchungen und nahmen 8 randomisierte und 7 nichtrandomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 1 912 Neugeborenen auf. Man klemmte die Nabelschnur bei 911 Neugeborenen unmittelbar nach der Geburt und bei 1 001 reifen Kindern mit mindestens 2 Minuten Verspätung ab.
Die Wissenschaftler verglichen die möglichen Vor- und Nachteile von spätem versus frühem Abklemmen der Nabelschnur beim reifen Neugeborenen. Sie prüften die Häufigkeit von Ikterus, angewandter Phototherapie, Polyzythämie, Tachypnoe oder Atemdepression, Aufnahme auf die Intensivstation, Risiko für eine Anämie und Eisenmangelanämie. Des Weiteren verglich das Team die absoluten Werte von Hämoglobin, Hämatokrit, Blutvolumen und -viskosität, Bilirubin, Ferritin und Speichereisen. Obwohl ein verspätetes Abklemmen einen leichten Anstieg der Blutviskosität und mehr Fälle von Polyzythämie nach sich zog, war dies für die Kinder nicht von Nachteil. Keines war symptomatisch oder benötigte eine Phototherapie oder gar eine intensivmedizinische Überwachung. Dem gegenüber waren das Risiko für eine Anämie (47 %) und einen Speichereisenmangel (33 %) im Vergleich zu den Kindern nach frühem Abklemmen signifikant erniedrigt. Dieser Vorteil scheint sich auch über die ersten Lebensmonate auszudehnen. Lu

Hutton EK, Hassan ES: Late vs early clamping of the umbilical cord in full-term neonates. JAMA 2007; 297: 1241–52, E-Mail: huttone@mcmaster.ca

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