ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2007Jürgen Wasem: Ein Ökonom als EBM-Schiedsrichter

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Jürgen Wasem: Ein Ökonom als EBM-Schiedsrichter

Dtsch Arztebl 2007; 104(37): A-2524 / B-2231 / C-2163

Rieser, Sabine

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Jürgen Wasem. Foto: privat
Jürgen Wasem.
Foto: privat
Am Lehrstuhl für Medizinmanagement der Universität Duisburg-Essen läuft der Anrufbeantworter. Doch übers Handy erreicht man Prof. Dr. rer. pol. Jürgen Wasem. Er ist wie so oft unterwegs: vielleicht als Vorsitzender der Gesellschaft für Disease Management, möglicherweise als Referent zum Thema Risiko­struk­tur­aus­gleich, unter Umständen als Sachverständiger einer Anhörung zur Arzneimittelversorgung.
Heulender Wind und Bahnhofsansagen erschweren das Telefonat. Den Gesundheitsökonomen stört es nicht; er nimmt sich Zeit. Die Fragen betreffen sein neues Amt: Wasem ist zum Vorsitzenden des Erweiterten Bewertungsausschusses gewählt worden. Vor diesem Gremium werden die Teile des neuen Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) landen, über die sich Krankenkassen und Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) nicht einigen konnten. Im Erweiterten Bewertungsausschuss sitzen neben Vertretern der Krankenkassen und der KBV auch fünf Unparteiische, darunter der Vorsitzende. Er ist das Zünglein an der Waage.
Wasem kennt diese Schiedsrichterfunktion. Seit 2001 ist er Vorsitzender des vertragsärztlichen Landesschiedsamts in Mecklenburg-Vorpommern. Dort kritisierte man heftig, dass er 2005 einen Garantiepunktwert von 1,5 Cent ansetzte. Der KBV-Vorstandsvorsitzende, Dr. med. Andreas Köhler, hat Wasem gleichwohl gelobt als „kundigen Experten, der sich mit Fragen der Morbiditätsorientierung glänzend auskennt“.
Wasem weiß, dass die neue Aufgabe eine große ist. Die finanziellen Vorstellungen von Ärzten und Krankenkassen liegen weit auseinander. Er will sich aber bemühen, „an der Sachlage entlang zu diskutieren“. Noch ist er zuversichtlich: „Ich habe die Hoffnung, dass beide Seiten zustimmen können.“ Sabine Rieser
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