ArchivDeutsches Ärzteblatt37/20073 Fragen an… Rolf Höfert, Geschäftsführer des Deutschen Pflegeverbandes

POLITIK

3 Fragen an… Rolf Höfert, Geschäftsführer des Deutschen Pflegeverbandes

Dtsch Arztebl 2007; 104(37): A-2473 / B-2187 / C-2119

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Rolf Höfert, Geschäftsführer des Deutschen Pflegeverbandes
Rolf Höfert, Geschäftsführer
des Deutschen
Pflegeverbandes
Wer ist für die Missstände verantwortlich: die Pflegeeinrichtungen selbst oder die Rahmenbedingungen?
Höfert: Schwarze Schafe gibt es in jeder Branche. Der Qualitätsbericht geht aber davon aus, dass es Mängel bei einem Großteil der Herde gibt. Dann muss man auch nach der Qualität der Wiese fragen. Zehn Prozent der Pflegebedürftigen erleiden durch die Versorgung Gesundheitsschäden. Das sind 200 000 Menschen. Bei solchen Ausmaßen kann man nicht nur von einem Pflegeskandal sprechen. Es ist ein sozialpolitischer Skandal.

Können dann schärfere Kontrollen überhaupt etwas bewirken?
Höfert: Nicht, wenn sonst alles beim Alten bleibt. Die Leistungen der Pflegeversicherung sind seit Jahren gedeckelt. Die Kosten sind aber gestiegen. Entscheidend ist, was uns die Gesundheit und die Würde alter Menschen künftig wert ist.

Was halten Sie von einem Pflege-TÜV?
Höfert: Sehr viel. Wir brauchen dringend eine neutrale Kontroll-instanz. Mit dem Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) hat bislang eine ganz klar interessengebundene Institution die Qualität geprüft. Der MDK nimmt aber beispielsweise gleichzeitig die Pflegeeinstufungen vor. Das ist ein Interessenkonflikt.
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