ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2007Psychotherapie: Geringe Honorierung
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Die Autoren Karin Bell und Ulrich Rüger bringen einen Überblick über die Veränderungen in diesem System seit 1967. Dabei wird klar, dass es zu einer wesentlichen Ausweitung der Anzahl der Versorger und der Leistungen in der GKV bis heute gekommen ist. Die fachgebundene Psychotherapie durch Fachärzte mit dem Zusatz Psychotherapie, z. B. durch Kinder- und Jugendärzte, ermöglicht eine niedrigschwellige Versorgung verbunden mit dem spezifischen somatischen Wissen und häufig auch der jahrelangen Kenntnis der Patienten und von ihren Familien. Dabei gibt es einen breiten Überlappungsbereich mit dem Gebiet der Kinder- und Jugendpsychiatrie, dessen verhältnismäßig geringe Anzahl als Niedergelassene und die damit verbundenen nicht bedarfsgerechten Behandlungskapazitäten auf dem Deutschen Ärztetag jüngst beklagt wurden . . . Umso mehr ist es zu begrüßen, dass sich an die 200 Kinder- und Jugendärzte diesem Bereich qua Zusatzweiterbildung verschrieben haben. Leider ist es jedoch so, dass die Leistungserbringung keine Achtung im KV-System erfährt. Aufgrund entsprechender Regelungen in den Honorarverteilungsmaßstäben und Budgetierungen verschwinden diese Leistungen im Budget und erbringen am Ende in den meisten KV-Bereichen keinen müden Euro mehr, sodass die Psychotherapie bei den meisten kinder- und jugendärztlichen Psychotherapeuten brachliegt, sofern sie nicht zu über 95 Prozent praktiziert wird . . . Somit sind die Psychotherapie-Richtlinien nur die eine Seite der Medaille. Die andere Seite ist durch die faktischen Abrechnungsmodalitäten charakterisiert, welche der Zielrichtung der Richtlinien zuwiderlaufen. Nur im Rahmen der privaten Liquidation trägt sich die Psychotherapie neben der somatisch orientierten Praxis noch, sodass die aufgeführte Praxis auch ein sozial ausgewogenes Gesundheitssystem konterkariert.
Dipl.-Psych. Dr. med. H. Tegtmeyer-Metzdorf, Kemptener Straße 28, 88131 Lindau
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