ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2007Lauterbach: Kaum zählbar
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. . . Kann niemand mehr über „zwei“ zählen? Es gibt seit Anbeginn der Menschheit so viele „Klassen“, sowohl was Patienten als auch Behandler im Gesundheitswesen betrifft, dass es kaum zählbar sein dürfte. Keine Branche dürfte so unterschiedliche Bedürfnisse und dazugehörige Angebote haben. Und da punktet jemand damit, dass er eine doch offenbar angeblich vorhandene Einklassenmedizin, die es auf Erden nie irgendwo gab, für gefährdet hält? Bereits mit „zwei Klassen“ treibt man das verunsicherte Wahlvolk gar dazu, den Superexperten direkt per Direktmandat in den Bundestag zu schießen. Furcht ist ein schlechter Ratgeber, dumpfe Ängste sind es noch viel mehr. Überhaupt scheint deutsche Gesundheitspolitik nicht sach-, sondern medienorientiert zu sein: Wer wenig Sinnvolles, aber Griffiges zu sagen hat, bekommt am meisten Sendezeit . . .
Gerhard Schuster, 11, rue Scribe,
F-75009 Paris
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