ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2007DÄ-Wortwechsel: Arbeitsmedizinische Sicht
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Als wesentlicher Faktor für den jetzigen Nachwuchsmangel wird in Ihrem „2. Ärzteblatt-Wortwechsel“ eine problematische Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben herausgearbeitet. Aus Sicht arbeitsmedizinischer Einrichtungen kann es sich hierbei nur um einen äußerst begrenzt wirksamen Faktor handeln, denn auch wir Betriebsärzte haben einen eklatanten Nachwuchsmangel und können häufig Stellen erst nach langer Zeit und nicht immer mit der gewünschten Qualifikation besetzen. Dagegen ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wohl nirgends so optimal gesichert wie in einer betriebsärztlichen Tätigkeit. Bereitschaftsdienste und Nachtdienste fehlen in aller Regel völlig, das Maß der Überstunden hält sich stark in Grenzen und wird, wenn überhaupt, auch vergütet. Gerade in überbetrieblichen Betriebsarztzentren können sich Ärzte fast baukastenartig Teilzeittätigkeiten der unterschiedlichsten Ausprägung zusammenstellen. Wenn also trotzdem auch in der Arbeitsmedizin die Zahl der Bewerbungen um eine ausgeschriebene Stelle von Jahr zu Jahr beständig sinkt, sollte man nicht wie das Kaninchen auf die Schlange immer nur auf „Familie und Beruf“ starren, sondern den Blick weiter öffnen für bisher eventuell noch nicht diskutierte Fragen, z. B. Image und Wertschätzung des Arztes in Deutschland, aber auch Anspruchshaltungen, z. B. in wirtschaftlicher Hinsicht . . .
Dr. Mathias Dietrich,
Arbeitsmedizinischer Dienst Oldenburg e.V.,
Wilhelmshavener Heerstraße 79, 26125 Oldenburg
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