ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2007DÄ-Wortwechsel: Nachwuchsförderung nicht erkennbar
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Die Frage, ob es gelingt, den ärztlichen Nachwuchs im Land zu halten, entscheidet sich an grundsätzlichen Einstellungen, an der Frage nämlich, ob es der etablierten Ärzteschaft ein Herzensanliegen ist, den jungen Kollegen eine echte Entwicklungschance zu geben. Hierzu möchte ich drei Beispiele nennen: Als die AiP-Phase eingeführt wurde, wurde sie von allen maßgeblichen Ärzteverbänden (auch dem Marburger Bund) als Ausbildungsverbesserung sehr begrüßt; als dann keiner mehr Arzt werden wollte, wurde sie (zu Recht) im Ruck-Zuck-Verfahren abgeschafft und entpuppte sich als ehemals befürwortete Möglichkeit, den Nachwuchs billig zu verschleißen. Ärztliche Arbeitsbedingungen sind über Jahre auch durch ärztliche Hierarchieentscheidungen so miserabel geworden, dass Medizinstudenten nach den ersten zwei Praktika in deutschen Krankenhäusern schon mal wissen, was sie nicht mehr werden wollen. Auf dem letzten Deutschen Ärztetag wurde, da die derzeitige Weiter­bildungs­ordnung nicht EU-fähig war, ein Internist erfunden, der sich nicht mehr niederlassen darf. Das sind alles Entscheidungen von Ärzten für Ärzte. Eine Nachwuchsförderung als Motivation kann ich dabei nicht erkennen. – Wer so entscheidet, darf sich nicht nur nicht wundern, warum keiner mehr Arzt werden will, sondern der nimmt diese Entwicklung billigend in Kauf.
Jürgen Schichterich, In der Laag 34,
54570 Oberstadtfeld
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