ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2007Ärzte ohne Grenzen: Verstärkter Hilfsbedarf in Krisenregionen

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Ärzte ohne Grenzen: Verstärkter Hilfsbedarf in Krisenregionen

Merten, Martina

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Den Tschad nicht vergessen: Joost Butenop und Tankred Stöbe von Ärzte ohne Grenzen (von links). Foto: dpa
Den Tschad nicht vergessen: Joost Butenop und Tankred Stöbe von Ärzte ohne Grenzen
(von links). Foto: dpa
Der Bedarf an ärztlicher und psychosozialer Hilfe in den Krisenregionen Tschad und Darfur ist gestiegen. Darauf hat die deutsche Sektion der Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ anlässlich der Vorstellung ihres Jahresberichts 2006 Mitte August in Berlin hingewiesen.
Derzeit leisten in den beiden afrikanischen Krisenregionen mehr als 200 internationale und 2 800 nationale Mitarbeiter der Hilfsorganisation die nötigste medizinische Versorgung. Damit zählen die Länder zu den Programmschwerpunkten von Ärzte ohne Grenzen. „Solange die Konflikte dort andauern, ist dringend mehr Hilfe für die Menschen in der Region nötig“, betonte Tankred Stöbe, Vorstandsvorsitzender der Hilfsorganisation. In der sudanesischen Krisenregion Darfur haben seit Beginn der Massaker im Jahr 2003 rund zwei Millionen Menschen ihre Dörfer verlassen, im Osten des Tschad flohen in den vergangenen Monaten 170 000 Menschen aus ihrer Heimat.
Im Jahr 2006 nahm die deutsche Sektion von Ärzte ohne Grenzen 33,8 Millionen Euro an Spendengeldern ein. Lediglich in den letzten beiden Jahren flossen aufgrund des Seebebens in Südasien mehr Gelder in die Kassen der Hilfsorganisation. Ein Großteil der freigegebenen Tsunami-Spenden kam Projekten in Angola, Liberia, Haiti und Kolumbien zugute.
Die Hilfsorganisation unterstützte im vergangenen Jahr 338 Projektstellen in 48 Ländern und gab 51,3 Millionen Euro aus. Für die Einsätze wurden mehr als 260 Mitarbeiter entsandt, davon waren rund 30 Prozent Ärzte. MM

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