ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2007Berufsbild: Schöne neue Arztwelt
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Seit Längerem ist der Plan der Rhön-AG bekannt, ein neues Arztbild einzuführen, in dem der einzelne Arzt-Typ nur noch für ein definiertes Gebiet im zentral gesteuerten Behandlungs-„Fluss“ zuständig ist. Sana lässt Mitarbeiter in einem jetzt startenden Studium zum Arztassistenten ausbilden. Diese und andere Entwicklungen führen dazu, die Krankenversorgung zeitgemäß zu organisieren, sind aber meiner Meinung nach viel zu kurz gedacht. Nicht viele Aufgaben eines Arztes kann ein nicht ärztlicher Assistent übernehmen, sondern alle! Wozu muss ein Kardiochirurg Hirnanatomie lernen? Wozu muss ein Gynäkologe in ophthalmologischen Vorlesungen sitzen? Die heute immer noch praktizierte Ausbildung zum Arzt ist vollkommen unzeitgemäß und verschlingt finanzielle Ressourcen im Übermaß. Im gut organisierten Krankenhaus lässt sich jede ärztliche Tätigkeit so exakt definieren, dass der Durchführende vielleicht etwas von den Nachbargebieten wissen sollte, aber von den entfernt liegenden Bereichen der Medizin wirklich kein Wissen braucht. Nicht den Wundverschluss kann ein Arztassistent übernehmen, sondern die ganze Appendektomie! Wie lange braucht ein chirurgischer Assistent, diesen Eingriff zu erlernen? Zwei Wochen? Wieso sollte der dann sechs Jahre lang Medizin studieren? Und für seltene Komplikationen ist der Emergency-Case-Manager doch eh im OP nebenan. Die Organisation überlassen wir, wie schon heute, dann den Managern, davon verstehen die was. Weil ich sowohl von der Durchführbarkeit als auch von der betriebswirtschaftlichen Sinnhaftigkeit meiner Idee überzeugt bin, sollte ich vielleicht noch hinzufügen: Ich meine es nicht ernst!
Dr. med. univ. Thomas Leitner,
Oberpleichfelder Straße 14, 97294 Unterpleichfeld
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