ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2007Hochschulmedizin: Launischer Bär
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Man soll sich da keine Illusionen machen – ein neuer Investor oder eine andere Rechtsform bedeuten zunächst einmal keine wundersame Geldvermehrung für ein Universitätsklinikum. Aber darum geht es auch gar nicht, auch wenn der ökonomische Aspekt immer so gern angeführt wird. Tatsächlich zielt die „Entstaatlichung“, die in verschiedenen Bundesländern mit unterschiedlich klingenden Schlagwörtern wie „Hochschulfreiheitsgesetz“ oder „Hochschulerrichtungsgesetz“ belegt wird, auf etwas anderes ab. Eine neue Rechtsform, am Ende gar eine Privatisierung, erlaubt auf einmal ein Aufbrechen von überkommenen und verkrusteten Strukturen auf allen Ebenen durch eine dritte, relativ schmerzunempfindliche Partei. Zu derartigen Einschnitten hatten die bisherigen Organisationsstrukturen in Form von Klinikvorständen oft nicht die Kraft, vielleicht auch gar nicht die Möglichkeit – und auch vielleicht nicht immer die Lust – angesichts des zu erwartenden und auch realen Widerstands des universitätsklinischen Establishments. Die Rolle der Ministerien dabei ist sicher ambivalent. So gern man sich auch mit der Hochschule schmückt, so unerquicklich kann doch der Umgang mit den Institutionen der Universitätsklinik sein, die zwar gern das Geld des Steuerzahlers für höhere Zwecke nehmen, sich aber nur ungern bei der Verwendung der Gelder hineinreden lassen. Insofern wird da mancher auch ganz froh sein, diesen launischen und kostspieligen Bären loszuwerden.
Prof. Dr. med. Ulrich Hake, Am Damsberg 6,
55130 Mainz
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