ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2007Messung des arteriellen Blutdrucks – Bestehende Standards und mögliche Fehler: ABDM nicht nur im Therapieverlauf

MEDIZIN: Diskussion

Messung des arteriellen Blutdrucks – Bestehende Standards und mögliche Fehler: ABDM nicht nur im Therapieverlauf

Dtsch Arztebl 2007; 104(39): A-2662 / B-2352 / C-2284

Middeke, Martin

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LNSLNS Es ist sehr zu begrüßen, dass die Standards der „einfachen“ Blutdruckmessung im Deutschen Ärzteblatt publiziert werden. Angesichts von circa 30–40 % unentdeckter Hypertoniker in Deutschland, ist die korrekte Blutdruckmessung nicht nur durch Internisten und Allgemeinärzte, sondern durch Ärzte aller Fachrichtungen und zu jeder Gelegenheit eine große Chance, diese Dunkelziffer zu reduzieren.
Die Autoren erwähnen die ambulante Blutdruck-Langzeitmessung (ABDM) lediglich als besonders geeignet im Therapieverlauf.
Um aber Patienten mit einer Praxishypertonie (etwa 20–30 % der vermeintlichen Hypertoniker) beziehungsweise mit einer Praxisnormotonie (maskierte Hypertonie: normaler Blutdruck in der Praxis, erhöhte Werte in der ABDM außerhalb) zu identifizieren, und damit eine Überbehandlung zu vermeiden, beziehungsweise eine notwendige Therapieeinleitung zu begründen, bedarf es der Langzeitmessung bereits zur exakten Diagnosestellung (2, 3). Mindestens ein Drittel aller Patienten werden nicht richtig behandelt, wenn nur die konventionelle Messung in Praxis oder Klinik zugrunde gelegt wird.
Abgesehen davon ist der nächtliche Blutdruck der wichtigste Prognoseparameter für kardiovaskulären Tod (1), gefolgt vom 24-Stunden-Blutdruck, vom Tagesblutdruck, und erst weit abgeschlagen folgt die konventionelle Gelegenheitsblutdruckmessung.
Die konventionelle Messung ist als Screeningmethode und für epidemiologische Untersuchungen die Methode der Wahl. Um die klinische Diagnose „manifeste Hypertonie“ zu stellen, ist sie heute nicht mehr ausreichend.


Prof. Dr. med. Martin Middeke
Blutdruckinstitut München
Osterwaldstraße 69
80805 München
www.blutdruckinstitut.de
1.
Dolan E, Stanton A, Thijs L et al.: Superiority of ambulatory over clinic blood pressure measurement in predicting mortality: the Dublin outcome study. Hypertension 2005; 46: 156–61. MEDLINE
2.
Middeke M, Klüglich K, Jahn M, Beck B, Holzgreve H: Praxishypertonie oder permanente Hypertonie? Münch Med Wochenschr 1990; 132: 768–71.
3.
Selenta C, Hogan BE, Linden W: How often do office blood pressure measurements fail to identify true hypertension? An exploration of white-coat normotension. Arch Fam Med 2000; 9: 533–40. MEDLINE
1. Dolan E, Stanton A, Thijs L et al.: Superiority of ambulatory over clinic blood pressure measurement in predicting mortality: the Dublin outcome study. Hypertension 2005; 46: 156–61. MEDLINE
2. Middeke M, Klüglich K, Jahn M, Beck B, Holzgreve H: Praxishypertonie oder permanente Hypertonie? Münch Med Wochenschr 1990; 132: 768–71.
3. Selenta C, Hogan BE, Linden W: How often do office blood pressure measurements fail to identify true hypertension? An exploration of white-coat normotension. Arch Fam Med 2000; 9: 533–40. MEDLINE

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