ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2007Messung des arteriellen Blutdrucks – Bestehende Standards und mögliche Fehler: An beiden Armen messen

MEDIZIN: Diskussion

Messung des arteriellen Blutdrucks – Bestehende Standards und mögliche Fehler: An beiden Armen messen

Dtsch Arztebl 2007; 104(39): A-2662 / B-2352 / C-2284

Breuer

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LNSLNS Die Autoren weisen mit Recht darauf hin, dass zumindest bei der ersten Untersuchung empfohlen wird, an beiden Armen zu messen, weil Stenosen der Arteria subclavia zu falsch niedrigen Werten führen können.
Aufgrund einer von mir 2003 durchgeführten Untersuchung an 282 Probanden (Krankenhausbesucher, medizinisches Personal) in der Oberlausitz, mittleres Alter 49 ± 17 Jahre, kann ich diese Empfehlung nur unterstützen (1).
Entsprechend den in der Übersichtsarbeit aufgeführten Empfehlungen wurde in randomisierter Reihenfolge mittels eines automatischen Messverfahrens der Blutdruck an beiden Armen gemessen. Sofern zufällig ausschließlich der Arm mit den niedrigsten Messwerten bei der Analyse berücksichtigt worden wäre, wäre in 15 % der Fälle eine Hypertonie übersehen worden. Bei einer von mir durchgeführten vergleichbaren Analyse 2001 wären es 18 % gewesen. Der jeweilige Unterschied zwischen beiden Armen hing nicht von Rechts- oder Linkshändigkeit der Untersuchten ab.
Der hohe Prozentsatz einer potenziellen Fehleinschätzung des Blutdrucks unterstreicht die kaum praktizierte Forderung der Fachgesellschaften bei der erstmaligen Blutdruckmessung, die Messung grundsätzlich an beiden Armen durchzuführen.


Prof. Dr. med. Breuer
Malteser Krankenhaus St. Carolus Görlitz
Carolusstraße 212
02822 Görlitz
E-Mail: hwm.breuer@malteser.de
1.
Breuer H-WM: Akuelle Hypertonieprävalenz in der Oberlausitz. Ärzteblatt Sachsen 8; 2004: 400–2.
1. Breuer H-WM: Akuelle Hypertonieprävalenz in der Oberlausitz. Ärzteblatt Sachsen 8; 2004: 400–2.

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