ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2007Sonnenstudios: Bestrahlungsstärke reduzieren

AKTUELL: Akut

Sonnenstudios: Bestrahlungsstärke reduzieren

Dtsch Arztebl 2007; 104(40): A-2686 / B-2378 / C-2306

Zylka-Menhorn, Vera

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LNSLNS Rund zwölf Millionen Deutsche nutzen Solarien, das sind mehr Menschen als in jedem anderen europäischen Land. Doch die Bestrahlungsstärke in deutschen Sonnenstudios ist zu hoch. Astrid Klug, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, kündigte daher ein gesetzliches Nutzungsverbot von Sonnenstudios für Kinder und Jugendliche an und forderte die Betreiber von Sonnenstudios auf, ihre Einrichtungen nach den Kriterien des Bundesamts für Strahlenschutz zertifizieren zu lassen. Außerdem müsse die Bestrahlungsstärke der Geräte an den neuen europäischen Grenzwert angepasst werden.
„Kinder und Jugendliche haben in Sonnenstudios nichts zu suchen. Durch die Exposition im Kindes- und Jugendalter wird das Risiko, später an Hautkrebs zu erkranken, stark erhöht. Deswegen wollen wir im neuen Umweltgesetzbuch den Solarienbesuch für Kinder und Jugendliche verbieten“, sagte Klug. Ein Solarienverbot für unter 18-Jährige gilt zum Beispiel in Frankreich und Spanien.
Einige Geräte über der UV-Intensität der Mittagssonne am Äquator
Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, die Deutsche Krebshilfe und die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention setzen sich für eine Zertifizierung von Sonnenstudios ein. Ein „geprüftes Sonnenstudio“ nach den Kriterien
des Bundesamts für Strahlenschutz bietet seinen Kunden eine Beratung und die Einhaltung von Hygienevorschriften sowie die Begrenzung der Bestrahlungsstärke von Solarien. Das Interesse der Betreiber an der freiwilligen Zertifizierung war jedoch bisher gering: Von 2003 bis 2007 haben sich nur etwa 100 von den circa 7 500 Sonnenstudios um das Zertifikat bemüht.
In Deutschland beginnen bereits Zwölfjährige damit, ihre Haut in Solarien zu bräunen. Besonders Mädchen gehen häufig auf die Sonnenbank. Ein gefährlicher Trend, denn UV-Strahlung bewirkt gerade bei jungen Menschen genetische Veränderungen in den Hautzellen, aus denen sich im Laufe des Lebens Hautkrebs entwickeln kann.
In deutschen Sonnenstudios sind Solariengeräte im Gebrauch, deren Bestrahlungsstärke teilweise weit über der natürlichen UV-Intensität der Mittagssonne am Äquator liegt. Auch der neue europäische Grenzwert 0,3 W/m2 entspricht immer noch dem höchsten UV-Index von 12. Für diesen natürlichen UV-Index empfiehlt die WHO den Aufenthalt in Gebäuden. zyl
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