ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2007Wasserpfeifenrauchen: Jugendliche unterschätzen Risiken

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Wasserpfeifenrauchen: Jugendliche unterschätzen Risiken

Dtsch Arztebl 2007; 104(40): A-2688 / B-2380 / C-2308

Bühring, Petra

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Foto: Caro
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Die Techniker Krankenkasse (TK) warnt davor, Wasserpfeifenrauchen bei Jugendlichen zu verharmlosen. Nach einer aktuellen Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gaben bundesweit 14 Prozent der Zwölf- bis 17-Jährigen an, im letzten Monat den süßlich-fruchtig schmeckenden Shisha-Tabak geraucht zu haben. Eine Studie des Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin ermittelte sogar einen Anteil von 31 Prozent bei Heranwachsenden zwischen zehn und 15 Jahren. Letzteres erklärt sich auch durch den hohen Anteil von Migranten in dem Bezirk. Weil der Wasserpfeifenrausch nicht streng nach Tabak, sondern Fruchtaromen schmeckt, werden Nichtraucher angezogen. Attraktiv auf Jugendliche wirken die orientalisch anmutenden „Shisha-Bars“ mit Sitzkissen und bunt bemalten Wänden.
Doch Shishas sind keine harmlose Alternative zu Zigaretten. Nach Angaben der Welt­gesund­heits­organi­sation inhalieren Wasserpfeifenraucher während einer Shisha-Sitzung etwa so viel Rauch wie durch hundert filterlose Zigaretten. „Da der durch das Wasser gekühlte Qualm zudem nicht im Hals kratzt, inhaliert man tiefer als bei heißem Zigarettenrauch“, erklärt Beate Thier, Ärztin bei der TK. In der Folge sei die Nikotinkonzentration im Blut deutlich höher als nach dem Konsum von Zigaretten. Das Nikotin ist verantwortlich für die Suchtwirkung. „Deshalb ist Shisha-Rauchen als Einstiegsdroge für Jugendliche gefährlich“, warnt Thier.
Die Studien zeigen, dass sich die Jugendlichen über die Gesundheitsrisiken nicht bewusst sind: Unter den befragten Schülern in Berlin (1 147) wusste nur jeder Dritte über die Risiken Bescheid. Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) fordert deshalb eine Kennzeichnung der Inhaltsstoffe in deutscher Sprache sowie Warnhinweise wie auf Zigarettenpackungen. Diese Regularien sind laut DHS aber schwierig umzusetzen, weil der Tabak nicht von den großen Konzernen vertrieben wird, sondern meist als „Grauimport“ aus arabischen Ländern eingeführt wird. Dies sei kaum zu kontrollieren. PB
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