ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2007Arbeitskosten: Anstieg geringer als im EU-Durchschnitt

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Arbeitskosten: Anstieg geringer als im EU-Durchschnitt

Dtsch Arztebl 2007; 104(40): A-2690

Blöß, Timo

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Im vergangenen Jahr sind die Arbeitskosten in Deutschland deutlich langsamer gestiegen als im EU-Durchschnitt. Deutschland liegt damit bei den Arbeitskosten für die private Industrie und den privaten Dienstleistungsektor weiterhin im Mittelfeld der EU-15-Staaten – das ergab eine Studie des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. „Eine deutsche Spitzenstellung bei den Arbeitskosten, wie sie bisweilen behauptet wird, ist nicht zu erkennen. Wir liegen in einem Feld mit unseren wichtigsten Handelspartnern und sind relativ noch etwas zurückgefallen“, erklärte der wissenschaftliche Direktor des IMK, Prof. Gustav A. Horn.
Basis für die Untersuchung sind Angaben der europäischen Statistikbehörde Eurostat. 2006 mussten deutsche Arbeitgeber demnach pro geleisteter Arbeitsstunde 26,70 Euro bezahlen. Von den 15 untersuchten Ländern liegen die Arbeitskosten in Dänemark, Schweden, Luxemburg, Belgien, Frankreich, den Niederlanden und Finnland höher. Dort müssen die Arbeitgeber für eine Arbeitsstunde zwischen 27,20 Euro und 32,50 Euro aufwenden. Während die Arbeitskosten im EU-Durchschnitt um 2,9 Prozent stiegen, nahmen sie hierzulande lediglich um 1,1 Prozent zu.
Auffällig in Deutschland sei eine „international unübliche Diskrepanz zwischen Industrie und Dienstleistungssektor“, sagte Horn. Während die Kosten für eine Industriearbeitsstunde mit 30,90 Euro im europäischen Vergleich an vierter Stelle und damit über dem EU-Schnitt lägen, rangierten die Arbeitskosten im Dienstleistungsbereich mit 24,50 Euro an zehnter Stelle. Dies sei vor allem auf eine schwache Binnennachfrage zurückzuführen. Zwar habe Deutschland enormen Erfolg beim Export gehabt – die dafür geübte Lohnzurückhaltung jedoch habe zu geringen Lohnzuwächsen und damit zur Schädigung des Binnenmarkts geführt. TB
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