ArchivDeutsches Ärzteblatt13/1997Leukozytenultrafiltrat: Ambulante Immuntherapie

VARIA: Wirtschaft - Aus Unternehmen

Leukozytenultrafiltrat: Ambulante Immuntherapie

Stoschek, Jürgen

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Bei nahezu allen Patientinnen mit einer chronischen Vulvovaginal-Candidose ist nach Angaben des Erfurter Gynäkologen Prof. Heinz Spitzbart ein Immundefekt nachweisbar. Bei 97 Prozent der Frauen hat er eine Verringerung des Candida-Immunglobulin-Titers im Bereich von IgA und bei 15 Prozent eine Verminderung im Bereich von IgM gefunden. Daher müsse bei einer chronisch rezidivierenden Vulvovaginal-Candidose immer auch an eine gestörte Immunabwehr gedacht werden, sagte Spitzbart bei einer von CytoChemia unterstützten Fortbildungsveranstaltung in München. Ob es sich jedoch tatsächlich um eine Candidose handelt, müsse durch eine genaue Beschreibung des klinischen Bildes und eine exakte mykologische Diagnostik festgestellt werden. Oft werde die zugrundeliegende Infektion nämlich nicht durch Sproßpilze verursacht, sagte Spitzbart.
Bei Patientinnen mit kulturell nachgewiesenen chronisch rezidivierenden Candidosen und vorhandenem Immundefekt führe er neben einer antimykotischen Therapie mit Erfolg auch eine Immuntherapie mit dem humanen Leukozytenultrafiltrat LeukoNorm CytoChemia® durch, berichtete Spitzbart. Bei über 90 Prozent habe er mit dieser Kombinationstherapie einen IgA-Anstieg und eine klinische Besserung der Beschwerden erreicht. Bei einer schriftlichen Befragung ein Jahr nach der Behandlung gaben mehr als dreiviertel der Patientinnen an, beschwerdefrei zu sein.
Ebenfalls erfolgreich sei die Immuntherapie von Patientinnen mit habituellem Abort, berichtete der Gynäkologe Dr. Günther Tilch (Kreiskrankenhaus Rodewisch). Die spontane Geburtsrate liege bei diesen Patientinnen bei etwa 60 Prozent. Durch eine Immuntherapie mit LeukoNorm CytoChemia® lasse sich die Erfolgsquote auf etwa 75 Prozent steigern, wenn die Behandlung bis zum Ende der Schwangerschaft, mindestens aber bis zur 28. Woche, fortgeführt wird. Die Immuntherapie sollte möglichst bald nach Bestätigung einer intakten Schwangerschaft beginnen, sagte Tilch. Bis zur 16. Schwangerschaftswoche erhält die Patientin wöchentlich eine Injektionsflasche LeukoNorm CytoChemia® intramuskulär appliziert, danach im zweiwöchentlichen In- tervall bis zum Ende der Schwangerschaft. Die Compliance der Patientinnen sei sehr gut und der Aufwand minimal, da die Behandlung ambulant durchgeführt werden kann, betonte Tilch. Für die Schwangeren stelle die Behandlung, die gut vertragen werde und praktisch nebenwirkungsfrei sei, keine zusätzliche Belastung dar. Jürgen Stoschek
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote