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. . . Ich selbst bin ein Verfechter der Untersuchung der Borrelien-PCR in der – entfernten – nativen Zecke. Meine Überlegungen sind dabei Folgende: Der PCR-Test ist hochsensitiv und spezifisch. Ein positives Testergebnis erhöht damit erheblich die Wahrscheinlichkeit einer Borrelienübertragung auf den Patienten. Natürlich ist mit dem Nachweis von Borrelien in der Zecke noch lange keine Erregerübertragung auf den Patienten bewiesen. Aber muss man zwingend diesen Beweis führen? Mein Vorgehen ist demnach: Jede Zecke (bei gleichzeitig mehreren Zecken ein Zeckenpool) wird mittels PCR auf Borrelien untersucht. Ist der Befund negativ, wird abgewartet und kritisch beobachtet. Ist der Befund Borrelien-PCR-positiv, wird antibiotisch über 14 Tage behandelt und nach sechs Wochen serologisch nachkontrolliert. Die Konsequenz, aus dem Borreliennachweis in der Zecke bereits eine Indikation für eine antibiotische Behandlung zu stellen, ist nicht die Lehrmeinung. Aber welche Gründe sprechen tatsächlich gegen dieses Vorgehen, außer einer eventuellen nicht notwendig gewesenen Antibiotikagabe, weil es eben nicht zu einer Erregerübertragung gekommen ist? Wir reden hier also auf der einen Seite über ein paar Euro (14 Tage Tetrazyklin) und übersehen dabei auf der anderen Seite den Gewinn für diejenigen Patienten, die sich tatsächlich infiziert haben und mangels eines Auftretens eines Erythema migrans unerkannt geblieben wären. Diese werden nun zu einem sehr frühen Zeitpunkt behandelt und damit mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit geheilt . . . Wie will man seine abwartende Haltung denjenigen Patienten gegenüber rechtfertigen, die mit einem Zeckenbiss in die Praxis gekommen sind, dann symptomlos die Stadien I und II der Borreliose durchlaufen haben und schließlich im Stadium III arbeitsunfähig im Rollstuhl vor einem sitzen?
Dr. Eckhard Jentsch, An den Sperrwiesen 8,
91781 Weißenburg
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