ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2007Geänderte Indikationen zur Harnableitung: Schlusswort
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LNSLNS Die 2007 GUIDELINES ON URINARY DIVERSION AFTER RADICAL CYSTECTOMY der Europäischen Gesellschaft für Urologie raten:
1. Diese Therapie an Zentren durchzuführen, die über Erfahrung mit allen Techniken der Harnableitung verfügen. Diese Operationen sollten nur von Abteilungen ausgeführt werden, die regelmäßig zystektomieren und Harnableitungen anlegen.
2. Patienten, bei denen eine Zystektomie geplant ist, müssen frühzeitig über alle möglichen Alternativen der Harnableitung aufgeklärt werden; die finale Entscheidung über die Harnableitung muss auf einem Konsensus zwischen Patient und Operateur aufbauen.
Leserbrief, Übersichtsarbeit und Guidelines sind in voller Übereinstimmung. Der Leserbrief fasst in seinem letzten Satz, „Mehr denn je ist der operativ tätige Urologe auf ein breites Spektrum an Harnableitungen angewiesen, um dem Patienten individuell gerecht zu werden“, Folgendes zusammen:
Punkt 1: Wird in der Literatur mit den Begriffen „hospital case load“ und „surgical work load“ intensiv diskutiert. Beispiele für „Qualität der Chirurgie“ und „Überleben“ lassen sich, wie folgt, zusammenfassen:
- Qualität der Zystektomie und Ausmaß der Lymphadenektomie haben beim Harnblasenkarzinom einen profunden Einfluss auf das Überleben. Wer die Operation durchführt, wo sie durchgeführt wird und wie gut sie gemacht wird, spielt eine Rolle. Die Mortalität der Zystektomie in „high versus low volume hospitals“ beträgt 0,7 versus 3,1 % (1). Erfahrene Operateure erzielen ein besseres Überleben und weniger Komplikationen als Operateure, die den Eingriff nur gelegentlich durchführen (2).
- Eine Studie belegt die Wichtigkeit der chirurgischen Qualität (3). Tumorfreie Schnittränder und die Entfernung von > 10 Lymphknoten sind mit einem besseren Gesamtüberleben verbunden. Dies war unabhängig von Patientenalter, Tumorstadium, Lymphknotenstatus und ob Chemotherapie gegeben wurde oder nicht. 15 % der Patienten entwickelten ein Lokalrezidiv und verstarben daran. Ein Lokalrezidiv entstand in 68 % bei Patienten mit positivem Schnittrand und in 6 % mit tumorfreien Schnitträndern. Positive Schnittränder fanden sich bei Low-volume-Operateuren in 14 % und in 4 % bei High-volume-Operateuren. Diese kooperative Studie zeigt, dass die Qualität des Eingriffs einen direkten Einfluss auf das Überleben hat und vom Operateur abhängt.


Prof. Dr. med. Dr. med. h.c. Richard E. Hautmann
Abt. für Urologie u. Kinderurologie
Universitätsklinikum Ulm
Prittwitzstraße 43, 89075 Ulm
E-Mail: richard.hautmann@medizin.uni-ulm.de
1 .
Elting LS, Pettaway C, Bekele BN, Grossmann HB, Cooksley C, Avritscher EB et al.: Correlation between annual volume of cystectomy, professional staffing, and outcomes. Cancer 2005; 104: 975. MEDLINE
2.
Joudi FN, Konety BR: The impact of provider volume on outcomes from urological cancer therapy. J Urol 2005; 174: 432. MEDLINE
3.
Herr HW, Faulkner JR, Grossmann HB, Natale RB, DeVere White R, Sarosdy MF et al.: Surgical factors influence bladder cancer outcomes: a cooperative group report. J Clin Oncol 2004; 22: 2781. MEDLINE
1 . Elting LS, Pettaway C, Bekele BN, Grossmann HB, Cooksley C, Avritscher EB et al.: Correlation between annual volume of cystectomy, professional staffing, and outcomes. Cancer 2005; 104: 975. MEDLINE
2. Joudi FN, Konety BR: The impact of provider volume on outcomes from urological cancer therapy. J Urol 2005; 174: 432. MEDLINE
3. Herr HW, Faulkner JR, Grossmann HB, Natale RB, DeVere White R, Sarosdy MF et al.: Surgical factors influence bladder cancer outcomes: a cooperative group report. J Clin Oncol 2004; 22: 2781. MEDLINE

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