ArchivDeutsches Ärzteblatt PP10/2007Borderline-Störung: Kurztherapie zur Ergänzung

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Borderline-Störung: Kurztherapie zur Ergänzung

PP 6, Ausgabe Oktober 2007, Seite 457

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LNSLNS °Die Borderline-Persönlichkeitsstörung gilt als komplexe Störung, die nur in langwierigen Therapien behandelt werden kann. Christopher Hopwood, Psychologe an der Texas A & M University, plädiert jedoch in manchen Fällen für eine verkürzte Therapie, das heißt für Therapien bis zu 40 Sitzungen. Kurze Therapien können zum Beispiel eingesetzt werden, wenn sich ein Patient in einer akuten Krise befindet. Zudem sind sie in manchen Fällen die bessere Alternative zu einer Langzeittherapie, weil Borderline-Patienten Schwierigkeiten damit haben, eine tragfähige Arbeitsbeziehung zum Therapeuten aufzubauen. In Kurzzeittherapien ist dies nicht in vollem Ausmaß nötig. Zudem können Kurzzeittherapien flexibler gehandhabt werden als Langzeittherapien. Das bedeutet, dass sie vor allem im Bedarfsfall eingesetzt werden und den Patienten stärker zum Selbstmanagement veranlassen. Darüber hinaus eigenen sich Kurzzeittherapien als Ergänzung zu Langzeittherapien, etwa um bestimmte Ziele für befristete Zeit stärker zu bearbeiten. Fast alle bekannten Borderline-Behandlungen, wie etwa die kognitiv-analytische Therapie, dialektisch-behaviorale Therapie oder kognitiv-behaviorale Therapie, enthalten Elemente, die sich für Kurzzeittherapien eignen. Einschränkend ist zu sagen, dass in Kurzzeittherapien der Borderline-Persönlichkeitsstörung immer nur wenige Therapieziele angestrebt werden können und nur einige ausgewählte Verfahren zum Einsatz kommen. Laut Hopwood sollen Kurzzeittherapien die standardisierten, bewährten Verfahren aber auch nicht ersetzen, sondern ergänzen. ms

Hopwood C: Brief treatments for borderline personality. Clinical Psychology and Psychotherapy 2006; 13: 269–83.
Christopher Hopwood, 312 Psychology, Texas A & M University, College Station, TX 77843-4235, USA,
E-Mail: chopwood@tamu.edu
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