ArchivDeutsches Ärzteblatt PP10/2007Systemische Therapie: Wirksam, aber immer noch nicht anerkannt

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Systemische Therapie: Wirksam, aber immer noch nicht anerkannt

PP 6, Ausgabe Oktober 2007, Seite 459

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LNSLNS Während die systemische Paar- und Familientherapie in den USA und in vielen europäischen Ländern ein anerkanntes Psychotherapieverfahren ist, wurde sie in Deutschland bisher noch nicht als wissenschaftliches Psychotherapieverfahren anerkannt. Wissenschaftler aus Hamburg, Mainz und Heidelberg veröffentlichten jetzt eine Metainhaltsanalyse, die neueste Erkenntnisse aus 28 randomisierten Primärstudien beinhaltet. Danach ist die Wirksamkeit von systemischer Therapie bei Substanzstörungen, psychischen und sozialen Faktoren bei somatischen Krankheiten, Schizophrenie, Depressionen und Essstörungen stabil und gut belegt. Systemische Therapie hat keine Nebenwirkungen und bedient sich mit der Ressourcenorientierung einer sehr wirksamen Technik. Darüber hinaus ist der Drop-out bei systemischer Therapie geringer als bei anderen Therapieansätzen. Trotz dieser Befunde steckt die systemische Psychotherapieforschung noch in ihren Anfängen, da systemische Therapie hierzulande offiziell gar nicht oder nur in einer juristischen Grauzone ausgeübt werden darf. „Das hat weitreichende Konsequenzen für die Therapieausbildung, die (Un-)Möglichkeit, in Deutschland systemische Therapiestudien durchzuführen und die schwache akademische Verankerung der systemischen Therapie“, so die Wissenschaftler. ms

Von Sydow K, Beher S, Retzlaff R, Schweitzer-Rothers J: Systemische Therapie bei Störungen des Erwachsenenalters. Psychotherapeut 2007; 52(3): 187–211.
PD Dr. Kirsten von Sydow, Psychologisches Institut, Universität Hamburg, Von-Melle-Park 5, 20146 Hamburg, E-Mail: kirsten.von.sydow@uni-hamburg.de
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