ArchivDeutsches Ärzteblatt PP10/2007Religion/Spiritualität: Coping-Strategie

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Religion/Spiritualität: Coping-Strategie

PP 6, Ausgabe Oktober 2007, Seite 477

MS

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LNSLNS Spanische Psychologen haben untersucht, ob Patienten mit Schizophrenie und bipolarer Störung eher Trost und Sinn in der Religion suchen als gesunde Menschen. Dazu befragten sie 48 junge Patienten unterschiedlicher Konfessionen und verglichen sie mit einer Stichprobe Nichtbetroffener.
Es stellte sich heraus, dass die psychisch beeinträchtigten Teilnehmer nicht häufiger auf die Religion als Bewältigungsstrategie zurückgriffen als die anderen. Dennoch gab es einige Patienten, die ihre Erkrankung in einem Zusammenhang mit Gott sahen. Diejenigen, die ihre Erkrankung als Teil von Gottes Plan betrachteten, konnten sie als Herausforderung und als Möglichkeit des inneren Wachstums annehmen. Zudem haderten sie kaum mit ihrem Schicksal. Patienten, die ihre Erkrankung hingegen als Gottes Strafe interpretierten oder angesichts ihrer Krankheit an Gottes Wohlwollen zweifelten, hatten Probleme im Umgang mit ihrer Erkrankung. „Diese Patienten erlebten mehr Stress und beklagten häufiger den Verlust von Freundschaften und Zukunftsplänen infolge ihrer Krankheit“, schreiben die Wissenschaftler. Sie vertreten die Ansicht, dass Religion und Spiritualität einen nachhaltigen Einfluss auf das Erleben und die Bewältigung psychischer Krankheiten haben können und als Ressource und Bewältigungsstrategie im Rahmen einer Psychotherapie genutzt werden sollten, sofern die Patienten ein positives Gottesbild haben. ms

Phillips R, Stein C: God’s will, God’s punishment, or God's limitations? Religious coping strategies reported by young adults living with serious mental illness. Journal of Clinical Psychology 2007; 63(6): 529–40.
Russell Phillips, Dep. of Psychology, 217C Murphy Hall, Missouri State University, St. Joseph, MO 64507, E-Mail: rphillips2@missouriwestern.edu
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