ArchivDeutsches Ärzteblatt PP10/2007Kognitive Verhaltenstherapie: Empfehlenswertes Manual

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Kognitive Verhaltenstherapie: Empfehlenswertes Manual

PP 6, Ausgabe Oktober 2007, Seite 479

Kraemer, Sibylle

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LNSLNS Annette Schaub ist Spezialistin für psychoedukative und für kognitiv-verhaltenstherapeutische Verfahren bei schizophrenen (hier speziell mit der von ihr entwickelten bewältigungsorientierten Therapie, BOT), depressiven und bipolaren Störungen. Nun legt sie, zusammen mit Elisabeth Roth und Ulrich Goldmann, ein Manual zur Konzeption und Zusammenstellung von evidenzbasierten psychoedukativen Inhalten und kognitiv-verhaltenstherapeutischen Interventionen zur Bewältigung von Depressionen vor. Die Therapie ist bifokal, das heißt sowohl für Patienten selbst als auch für Angehörige konzipiert.
Das Buch beginnt nach einem knappen Überblick über das Störungsbild Depression zunächst mit einem kurzen Kapitel zur Diagnostik und Differenzialdiagnostik. Die Darstellung zu Epidemiologie und Verlauf sind kurz. Hier wäre wünschenswert gewesen, dass die relativ hohen Suizidraten bei Depression erwähnt wären. Ebenso unerwähnt bleiben die psychosozialen Schutzfaktoren wie Partnerschaft, soziales Netz oder soziale Kompetenz. Allerdings kommen diese Informationen im praktischen Teil zum Tragen. Die in ein vereinfachtes und zur Psychoedukation und kognitiven Verhaltenstherapie gut verwendbares, übergreifendes Vulnerabilitäts-Stress-Bewältigungs-Modell mündenden Erklärungsansätze sind als Überblick genügend ausführlich. Die Literaturhinweise sind gut. Der Stand der Therapieforschung mit Informationen zu den wichtigsten therapeutischen Ansätzen und Analysen zur Evaluation der kognitiven Verhaltenstherapie und Psychoedukation, aber auch anderer Therapieverfahren, wie interpersonelle Psychotherapie, Pharmakotherapie oder humanistische Interventionen, sind umfangreich und gut recherchiert.
Im sechsten Kapitel beginnt mit dem Manual für die Gruppenintervention der praktische Teil. Die Durchführungsanleitung bietet einen guten Überblick über die Programminhalte für die Patienten. Für die Angehörigen ist ein ganz ähnlicher Ablauf vorgesehen. Die therapeutische Bewältigung schwieriger Situationen in Gruppeninterventionen wird diskutiert sowie die Möglichkeit, dies auf ein einzeltherapeutisches Setting zu übertragen.
Auch erfahrene Kollegen werden wichtige Erkenntnisse gewinnen und in der Einzeltherapie besser mit ihren Patienten arbeiten können. Die praktischen Anleitungen für die zwölf Patienten- beziehungsweise acht Angehörigensitzungen mit Arbeitsblättern – komfortabel mit der beiliegenden CD auszudrucken – sind differenziert aufgebaut und beschrieben. In den Auffrischungssitzungen kann der Stoff vertieft werden. Dieses Programm ist als Ergänzung zu anderen Interventionen gedacht und eine ausgezeichnete Hilfe für Patienten, Angehörige und Therapeuten. Sibylle Kraemer

Annette Schaub, Elisabeth Roth, Ulrich Goldmann: Kognitiv-psychoedukative Therapie zur Bewältigung von Depressionen. Ein Therapiemanual. Hogrefe, Göttingen, 2006, 156 Seiten, kartoniert, mit CD-ROM, 39,95 Euro
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