ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2007RANDNOTIZ: Botox statt Krebsvorsorge

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RANDNOTIZ: Botox statt Krebsvorsorge

Dtsch Arztebl 2007; 104(41): A-2761 / B-2441 / C-2369

Zylka-Menhorn, Vera

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LNSLNS Ob ein US-Bürger bei einem Arzt schnell einen Termin bekommt, hängt nicht nur von seinem Versicherungsstatus ab. Auch die Art der Behandlung entscheidet über die Terminvergabe, wie Forscher der University of California in San Francisco herausgefunden haben. Sie hatten mehr als 900 Dermatologen in zwölf US-Städten angerufen und sich als potenzielle Patienten ausgegeben. Sie baten entweder um einen Termin für eine Antifaltenspritze oder um eine Untersuchung eines verdächtigen Muttermals. Das Ergebnis war eindeutig: Wer lästige Gesichtsfalten mit einer Botox-Spritze bekämpfen wollte, habe im Mittel binnen acht Tagen einen Termin bekommen. Die Wartezeit für eine Hautkrebsvorsorge habe dagegen dreieinhalb Wochen betragen – mit großer Variationsbreite.
In Seattle bekommen Patienten die ersehnte Botox-Spritze innerhalb von einer Woche. Bis zur Kontrolle krebsverdächtiger Hautveränderungen könnten bei Ärzten in Boston jedoch neun Wochen vergehen, schreiben Resneck und seine Kollegen im „Journal of the American Academy of Dermatology" (DOI: 10.1016/j. jaad.2007.07.020).
Den Autoren zufolge hängen die extremen Unterschiede bei den Wartezeiten damit zusammen, dass kosmetische Behandlungen deutlich besser vergütet werden als Routineuntersuchungen. Für eine Botox-Behandlung werden zwischen 400 und 600 Dollar berechnet, die der Patient im Voraus bezahlen muss. Die Kosten der Untersuchung eines verdächtigen Muttermals übernehme hingegen die Kran­ken­ver­siche­rung. Auf ihre Vergütung müssten die Ärzte häufig länger warten – und kassierten dafür nur zwischen 50 bis 75 Dollar.
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