ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2007Qualitätssicherung: Verlässliche Datenquellen
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Der Autor weist auf die kostengünstige Verfügbarkeit von Routinedaten hin und stellt diese dem zum Teil aufwendigen Verfahren zur Indikatorenbildung im BQS-System gegenüber. Aus der Erfahrung mit Routinedaten möchten wir hierzu anmerken, dass dies in gleicher Weise auch für die Datenaufbereitung und Diagnosevalidierung gilt. Da die Qualität der Datengenerierung, z. B. bei der Codierung ambulanter Behandlungsanlässe (Stichwort Abrechnungsdiagnose), in der Regel nicht beeinflusst werden kann, müssen aus unserer Sicht entsprechend umfangreiche, mitunter sehr zeit- und kostenintensive qualitätssichernde Schritte bei der Datenaufbereitung selbst aufgewendet werden. Hierauf weist auch die Leitlinie Gute Praxis Sekundärdatenanalyse (2005) explizit hin. Ebenso kommt der internen Diagnosevalidierung besondere Bedeutung zu, um belastbare Aussagen, z. B. zur Morbidität oder auch zum Outcome von Versorgung, treffen zu können. Werden diese Qualitätsanforderungen umgesetzt und transparent dargelegt, stellen ambulante ärztliche Diagnosedaten sowie die Daten anderer Profile und Sektoren verlässliche Datenquellen für handlungsrelevante Steuerungsinformationen dar . . . Herr Dr. Zorn bedauert, dass eine für die Qualitätssicherung und den Qualitätswettbewerb notwendige sektorübergreifende Betrachtung von Versorgungsprozessen (z. B. Nachverfolgung des Patienten nach Krankenhausentlassung in den vertragsärztlichen Sektor) nach wie vor nicht möglich sei. Hierzu ist anzumerken, dass der im SGB V vorgesehene bis dato jedoch nicht umgesetzte Datenpool eine solche krankenkassenarten- und sektorübergreifende Analyse von Versorgungsprozessen konzeptionell erlauben würde. Gegenwärtig sind sektorübergreifende versichertenbezogene Forschungen in Kooperation mit den Krankenkassen möglich, wie zum Beispiel auf der Basis der bereits seit 1998 erhobenen und seither kontinuierlich fortgeschriebenen Versichertenstichprobe AOK Hessen/KV Hessen . . .
Literatur bei den Verfassern
Dr. Ingrid Schubert,
Peter Ihle,
PMV forschungsgruppe, Universität zu Köln,
Herderstraße 52–54, 50931 Köln
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