ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2007Krankenhausärzte: Pate gestanden?
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Es ist richtig, dass der Chefarzt auch gesamtunternehmerisch denken und handeln muss. Selbstverständlich muss er Material und Personal rationell einsetzen und sich in betriebswirtschaftlichen Fragen weiterbilden. Eine gute Patientenversorgung ist natürlich nicht möglich, wenn das Krankenhaus in den Konkurs getrieben wird. Dennoch ist dies nicht die oberste Aufgabe eines leitenden Arztes. Wer – wenn nicht der leitende Arzt – hat die Aufgabe, die Interessen der Patienten und auch der Solidargemeinschaft gegenüber seinem Krankenhausträger zu vertreten. Die Gewinnoptimierung für den Krankenhausträger ist nicht das primäre Ziel ärztlicher Tätigkeit, und es erfüllt einen mit Sorge, wie in zunehmendem Maß medizinische und betriebswirtschaftliche Argumente bei Entscheidungen über die Patientenbehandlung miteinander vermengt und nicht mehr sauber getrennt werden. Jüngeren Kollegen ist es zum Teil selbstverständlich, dass man durch die Dichte von angeordneten Untersuchungen den Patienten auf jeden Fall über die untere Grenzverweildauer heben muss, um ihn danach so schnell wie möglich zu entlassen. Hier sehe ich die Pflicht des leitenden Arztes gegenzusteuern, auch wenn die Honorierungsstruktur in modernen Chefarztdienstverträgen mit Bonusvereinbarungen dieses Verhalten nicht gerade fördert. Man könnte vermuten, dass bei der Formulierung der These 2 Vertreter der Deutschen Krankenhausgesellschaft Pate gestanden haben.
Prof. Dr. med. Hans-Peter Vogel, Lötzener Allee 6, 14055 Berlin
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