ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2007Arztpraxis: Unsinnige Vergleiche
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Kürzlich erhielt ich eine DATEV-Analyse (sogenannter Controllingreport) meiner augenärztlichen Einzelpraxis von meinem Steuerberater. Die Gesamteinnahmen wurden falsch aufgelistet (Bareinzahlungen in der Praxis wurden als sonstige betriebliche Erlöse zugeordnet, sodass die Praxisleistung statt 100 Prozent 116 Prozent ausmachte) und alles korrigiert werden musste. Zweitens wird man in Umsatzklassen eingestuft (300 000 bis 600 000 Euro Umsatz) und nur innerhalb dieser Gruppe verglichen. Viel sinnvoller wäre ein Vergleich einer Einzelpraxis über alle Umsatzgruppen der Fachrichtung und nach alten und neuen Bundesländern getrennt (unterschiedliche Privateinnahmen). Drittens hat mich sehr verwundert, dass laut DATEV die durchschnittliche Einzelpraxis (Augenheilkunde o. a. Umsatzgruppe) weniger Betriebskosten haben soll als Gemeinschaftspraxen. Dazu passt, dass immer mehr auf Ärzte spezialisierte Steuerberater die DATEV-Daten entsprechend aufbereiten und eigene Controllingreports erstellen. Insgesamt hat mich dieser Report mehr verwirrt, und ich habe gelernt, dass die Zahlen vom Berufsverband der Augenärzte viel genauer und praktikabler (und preiswerter) sind.
Dr. Klaus J. Paul, Königstein 9, 24376 Grödersby
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