ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2007Recurrent Hernia. Prevention and Treatment

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Recurrent Hernia. Prevention and Treatment

Dtsch Arztebl 2007; 104(41): A-2796 / B-2466 / C-2394

Schumpelick, Volker; Fitzgibbons, Robert J.

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Hernienchirurgie: Aktuelle Diskussionsbeiträge

In den vergangenen 15 Jahren wurde die Hernienchirurgie durch die Entwicklung neuer Rekonstruktionsmethoden und die zunehmende Verwendung alloplastischer Materialien revolutioniert. Trotz aller chirurgisch-technischen Fortschritte bleibt jedoch die Rezidivhernie noch immer ein Problem. So rangiert die Rezidivrate der Narbenhernien je nach Verfahren zwischen zehn und 54 Prozent; die Inzidenz der Leistenhernienrezidive beträgt trotz der Verwendung von Netzen bei mehr als 60 Prozent der Patienten etwa zehn Prozent. Damit hat das Hernienrezidiv mit allein 30 000 bis 40 000 Neuerkrankungen pro Jahr über die medizinische Problematik für den einzelnen Patienten hinaus auch gesundheitsökonomische Relevanz.
Das Buch stellt eine Zusammenfassung des letztjährigen Suvretta-Hernien-Meetings dar, das sich mittlerweile als das wohl wichtigste Hernien-Symposium etabliert hat. In elf Kapitel gegliedert, werden alle Aspekte der aktuellen Therapie von Narben-, Leisten- und Hiatushernienrezidiven dargestellt. Durchgehend werden am Anfang eines jeden Abschnitts die technischen Ursachen, die ein Hernienrezidiv begünstigen, der Darstellung der speziellen Therapieverfahren vorangestellt.
Nach einer epidemiologischen Bestandsaufnahme der Hernienrezidivrate beschäftigen sich mehrere Beiträge mit molekularbiologisch-genetischen Ursachen der Entstehung von Rezidivhernien. Das Kapitel Hiatushernie enthält wertvolle Expertentipps zur Vermeidung von Rezidiven und deren Therapie, wobei auch die derzeit noch offene Frage diskutiert wird, in welchen Fällen welches Netz zur Verstärkung der Hiatusrekonstruktion indiziert ist. Der Einführung in das Kapitel der Narbenhernienrezidive geht eine evidenzbasierte Übersicht über den idealen Bauchdeckenverschluss voraus. Bei der Behandlung der Narbenhernien werden die offenen und laparoskopischen Techniken detailliert beschrieben und kritisch verglichen. Beiträge über die neuesten Ergebnisse aus der biomechanischen Hernienforschung ergänzen diese hochinteressanten Beiträge.
Erwartungsgemäß wird auch den Inguinalhernien ein großer Abschnitt gewidmet, wobei zunächst evidenzbasiert die verschiedenen Rekonstruktionsverfahren – von Bassini bis zur transabdominalen präperitonealen Netzimplantation (TAPP) – mit Bezug auf ihr Rezidivrisiko gegenübergestellt werden. Auch hier werden typische technische Fehler offengelegt, die zum späteren Rezidiv führen können. Ebenso ausführlich werden die Behandlungsmöglichkeiten des Leistenhernienrezidivs dargestellt, wobei auch die Frage der unterschiedlichen Netzimplantate diskutiert wird.
Neben einer Vielzahl chirurgisch-technischer Aspekte enthält das Buch auch einige Beiträge, die sich mit der experimentellen Hernienforschung beschäftigen und Ausblicke auf die über die Chirurgie hinausgehenden Therapieoptionen (zum Beispiel beschichtete Netze zur Verbesserung der Biokompatibilität, Gabe von Wachstumsfaktoren) geben. Eine Vielzahl von übersichtlichen Abbildungen und Tabellen erleichtert das Lesen. Ganz besondere Aktualität und Spannung erhält das Buch zusätzlich durch die jedem Beitrag nachfolgende Diskussion. Eine wünschenswerte Ergänzung wäre eine Kurzzusammenfassung der Beiträge am Ende der Kapitel gewesen. Sven-Christian Schmidt

Volker Schumpelick, Robert J. Fitzgibbons: Recurrent Hernia. Prevention and Treatment. Springer, Heidelberg, 2007, 434 Seiten, Hardcover, 128,35 Euro
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