ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2007Rehabilitation: Jede vierte Rehaklinik von Insolvenz bedroht

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Rehabilitation: Jede vierte Rehaklinik von Insolvenz bedroht

Dtsch Arztebl 2007; 104(42): A-2836 / B-2504 / C-2432

Hibbeler, Birgit

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Mehr alte Menschen, mehr Rehabilitationsfälle: Trotzdem stehen die Einrichtungen wirtschaftlich immer stärker unter Druck. Foto: Peter Wirtz
Mehr alte Menschen, mehr Rehabilitationsfälle: Trotzdem stehen die Einrichtungen wirtschaftlich immer stärker unter Druck. Foto: Peter Wirtz
Den Rehabilitationskliniken steht ein harter Wettbewerb bevor. Bis 2020 wird die Zahl der stationären Fälle zwar um etwa 13 Prozent steigen. Da aber mit zusätzlichen Finanzmitteln durch die Sozialversicherungssysteme nicht zu rechnen ist, gerät der Rehabereich unter starken Anpassungsdruck. Bereits jetzt ist ein Viertel der Rehakliniken von Insolvenz bedroht. Das sind die wesentlichen Ergebnisse einer Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) Essen, der Institute for Health Care Business GmbH und der ADMED GmbH.
Für die prognostizierte Zunahme der stationären Rehabilitationsfälle von derzeit 1,82 auf 2,04 Millionen führen die Autoren der Studie mehrere Gründe an: den demografischen Wandel, die Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 67, das Fallpauschalensystem im Akutsektor und die Umwandlung aller medizinischer Rehaleistungen in Pflichtleistungen der Krankenkassen.
Die wirtschaftliche Lage der Kliniken haben die Wissenschaftler auf Basis einer Stichprobe von 165 Einrichtungen untersucht. Demnach sind 26 Prozent von Insolvenz bedroht, 51 Prozent existieren ohne größere wirtschaftliche Schwierigkeiten, der Rest liegt dazwischen. Den Autoren zufolge ist die Lage der Rehaeinrichtungen deutlich schlechter als die von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen.
Derzeit gibt es in Deutschland rund 1 270 Rehakliniken mit 175 000 Betten. Die beiden größten Kostenträger sind die Deutsche Rentenversichung und die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung. Laut der RWI-Studie werden für Rehabilitation jährlich 7,2 Milliarden Euro ausgegeben. Das entspreche rund drei Prozent des Gesundheitsmarktes. BH
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