ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2007Kindesmisshandlung: Mehr Hausbesuche
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Es ist beruhigend, nach 2006 auch 2007 von der Absicht zu lesen, insgesamt zehn Millionen Euro bis 2010 gegen Kindesvernachlässigung und -misshandlung einzusetzen. Doch beunruhigend ist, dass davon 3,9 Millionen Euro zur Fehleranalyse und Forschung an die BZgA und das DJI gehen sollen. Bereits 2006 wurde es von Oberarzt Dr. med. Kratzsch, Düsseldorf, auf den Punkt gebracht: Angebote mit „Komm-Struktur“ reichen nicht. Ein Fürsorgesystem ist notwendig, das am Ort der Not und flächendeckend wirkt. Zusammenarbeit mit der Geburtshilflichen Einrichtung muss so gestaltet werden, dass die Familienhebamme/Fürsorgerin/Familienhelferin die hilfsbedürftige Mutter schon in der Klinik besucht. Nimmt man nun die „Zahl der Woche (im selben Heft): 149 300 Kinder sind im ersten Quartal 2007 in Deutschland lebend geboren worden“, darf man für 2007 rund 600 000 Neugeborene erwarten. „Schätzungen zufolge werden fünf bis zehn Prozent aller Kinder im Alter bis sechs Jahre vernachlässigt“, heißt es in dem Artikel, d. h.: 60 000 eines Geburtsjahrganges sind potenziell gefährdet. Das allein sollte genügen, ein Fürsorgesystem basisnah zu schaffen, in dem der Hausbesuch das wichtigste Element der Hilfe ist. „Die kritischste Zeit . . . ist das erste Lebensjahr“. Die Zeit läuft, und ich hoffe, dass die Politik die Prioritäten sinngemäß setzt.
Dr. med. Klaus Fritzsching, Am Klosterwinkel 5, 06406 Bernburg
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