ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2007Arzneireport: Preise sinken, Mengen steigen weiter

AKTUELL

Arzneireport: Preise sinken, Mengen steigen weiter

Dtsch Arztebl 2007; 104(43): A-2909 / B-2565 / C-2489

Rieser, Sabine

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Grund zur Freude für Ulla Schmidt: 2006 stiegen die Arzneimittelausgaben nur um 1,8 Prozent. Foto: dpa
Grund zur Freude für Ulla Schmidt: 2006 stiegen die Arzneimittelausgaben nur um 1,8 Prozent. Foto: dpa
Die Ausgaben für Arzneimittel sind in der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) im Jahr 2006 nur noch um 1,8 Prozent auf knapp 26 Milliarden Euro gestiegen. Prof. Dr. med. Ulrich Schwabe, einer der Herausgeber des Arzneiverordnungs-Reports (AVR), wertete dies vor allem als Erfolg des Arzneimittelversorgungs-Wirtschaftlichkeitsgesetzes. Dennoch hätten Medikamente mit rund 18 Prozent weiterhin einen großen Anteil an den GKV-Leistungsausgaben.
Hohe Umsatzrückgänge verzeichnet der AVR bei Husten- und Erkältungspräparaten, Calciumantagonisten, Antibiotika, Antimykotika, Urologika und Magenulkustherapeutika. Als Hauptursache werden gesunkene Arzneimittelpreise genannt. Allerdings seien die Generikapreise Schwabe zufolge in Deutschland immer noch deutlich höher als in vielen europäischen Nachbarländern. Auffällig war im Jahr 2006, dass der Arzneimittelverbrauch in vielen Bereichen noch gestiegen ist. Schwabe verwies zudem darauf, dass im vergangenen Jahr in Deutschland 27 Medikamente mit neuen Wirkstoffen eingeführt wurden.
Mehrere Pharmaverbände kritisierten die Berechnungen. Sie basierten „auf der unrealistischen Annahme, dass jeder Arzt jedem Patienten immer das billigste Medikament verschreiben könne“, hieß es beim Verband Forschender Arzneimittelhersteller. Pro Generika und der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie kritisierten, dass die Autoren des AVR mit Brutto-Apothekenverkaufspreisen rechneten. Die darin enthaltene hohe Mehrwertsteuer sowie Handelsspannen für den Großhandel und die Apotheken würden nicht herausgerechnet. Berücksichtige man diese Größen, dann seien die Hersteller lediglich für 58 Prozent der GKV-Arzneimittelausgaben verantwortlich. Rie
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema