ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2007RANDNOTIZ: Selbst ist der Patient
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LNSLNS Man stelle sich vor, eine Umfrage in der deutschen Bevölkerung ergäbe, dass vor dem Hintergrund des herrschenden Zahnärztemangels inzwischen rund sechs Prozent der Patienten zur Selbsthilfe greifen und das mithilfe von Alleskleber, Schraubenzieher und Kitt. Nicht zu vergessen, die Selbstextraktion der Zähne mittels der hauseigenen Rohrzange. Das Gesundheitsministerium gerät so unter Druck, dass Ulla Schmidt Patienten, die dringende Hilfe vom Zahnarzt benötigen, zum Hausarztbesuch rät und die Bundesärztekammer empört darauf hinweist, dass die Hausärzte weder die Qualifikation besitzen noch die Lücke fehlender Zahnärzte schließen sollen. Fiktion oder Schwarzmalerei?
Weit gefehlt: In Großbritannien, wo bei Humanmedizinern Wartelisten schon Gewohnheit sind, Selbstzahler VIP-Patienten und immer mehr ausländische Ärzte den Laden (sprich National Health Service) in Schwung halten, ist dies bittere Realität. Bei der zahnmedizinischen Versorgung im Vereinigten Königreich liegt einiges im Argen. Man könnte Gesundheitsminister Ben Bradshaws Lösungsansatz, bei dringenden Zahnschmerzen auch dem Hausarzt zu vertrauen, kreative Umschichtung innerhalb der Ärzteschaft nennen, wenn er nicht so realitätsfern wäre, dass man schon beim Lesen stockt. So will der Vorsitzende des Hausarztkomitees innerhalb der British Medical Association, Laurence Buckman, Bredshaw auch noch schriftlich erläutern, warum Hausärzte nicht zahnärztlich tätig werden können. Um wieder auf deutsche Verhältnisse und den dort akuten Ärztemangel zurückzukommen: Vorsicht ist geboten, wenn es plötzlich heißt: Fragen Sie ihren Zahnarzt oder Apotheker.

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